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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2015
Das Verschwinden der Freiheit
Der Sozialpsychologe Harald Welzer über die Bedrohung durch Google ...
Der Inhalt:

Hochzeitsglocken

Früher war es ganz einfach: Da meldeten sich verliebte Paare Anfang des Jahres und fragten, wann denn der »Herr Pfarrer« im Frühsommer Zeit habe, sie zu trauen. Ein Termin wurde vereinbart, der Ablauf bei einem gemütlichen Traugespräch geklärt, und dann gab es einen festlichen Gottesdienst in der Kirche mit anschließender Feier im Bürgerhaus. Und wissen Sie was: Das waren wunderschöne Hochzeiten, an die sich alle gerne erinnern. Seit etwa zehn Jahren läuft das Ganze völlig anders ... Die Kolumne von Fabian Vogt
Die Zeiten ändern sich: In der vom Hochzeitsplaner durchorganisierten Trauung mit Ansprache vom Yoga-Trainer und Auftritt der Bauchtanzgruppe bekommt auch der Pfarrer eine ganz neue Rolle zugedacht ... (Foto: Wierink/Fotolia)
Die Zeiten ändern sich: In der vom Hochzeitsplaner durchorganisierten Trauung mit Ansprache vom Yoga-Trainer und Auftritt der Bauchtanzgruppe bekommt auch der Pfarrer eine ganz neue Rolle zugedacht ... (Foto: Wierink/Fotolia)

Die folgende Mail ist zwar aus Datenschutzgründen verfremdet, aber nicht wirklich erfunden: »Sehr geehrter Herr Vogt, für den 30. Mai ist es uns gelungen, den letzten freien Termin in einer exquisiten Location am Wallersee (380 Kilometer entfernt) zu bekommen. Bitte seien Sie rechtzeitig um 14 Uhr vor Ort, damit wir im Garten der dortigen Schlossanlage Ihren Segen bekommen. Im Anhang finden Sie die Lieder, die von CD eingespielt werden sollen: Da wir Rockmusik-Fans sind, steigen wir mit ›Highway to Hell‹ ein und enden mit ›Time to Say Goodbye‹. Dazwischen kommt der Hochzeitsmarsch (der von André Rieu).

Ach ja: Unser Yoga-Trainer wird eine 30-minütige, heitere Ansprache halten (fassen Sie sich deshalb bitte bei Ihrer Predigt kurz, falls es die geben muss), und da wir beide auch zu östlichen Religionen neigen, haben wir – wie in Tibet üblich –