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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2018
Streit ums Abendmahl
Der Ökumene droht der Totalschaden
Der Inhalt:

Fußball süß-sauer

von Alexander Schwabe vom 14.06.2018
Kommerz, Show, Irrsinn – muss man sich die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland wirklich noch antun? Alexander Schwabe gesteht: Ja, irgendwie schon
Das Ding, um das sich bei der WM in Russland von heute an bis zum Endspiel am 15. Juli  alles dreht. Oder ist das naiv gedacht? Geht es beim Fußball  in Wirklichkeit vor allem ums Geld?  (Foto: pa/augenklick/firo Sportphoto/Christian Kaspar-Bartke)
Das Ding, um das sich bei der WM in Russland von heute an bis zum Endspiel am 15. Juli alles dreht. Oder ist das naiv gedacht? Geht es beim Fußball in Wirklichkeit vor allem ums Geld? (Foto: pa/augenklick/firo Sportphoto/Christian Kaspar-Bartke)

Eigentlich wollten wir zur Bacon-Giacometti-Ausstellung nach Basel. Und am Wochenende drauf ist große Mineralienmesse in Saint Marie aux Mines im Elsass. Auch ein lohnender Ausflug – interessierte sich nicht schon Goethe für Steine? Doch es ist Fußball. Die nächsten viereinhalb Wochen verbringen wir deshalb in Russland. Das heißt, im Wohnzimmer vor der Glotze oder beim Public Viewing.

Muss das sein? Jede freie Minute vergeuden wir alle zwei Jahre während der Welt- und Europameisterschaften! Hat man mit fortschreitendem Alter die Nase nicht voll von den immer gleichen Fragen, die den Fan piesacken, der unbedarft genießen will: Fußball ist doch auch politisch? Stützt eine WM in Russland nicht das System Putin? Und ebenso mantrahaft vorgetragen die Repliken, die den politisch wacheren Zeitgenossen verzweifeln lassen: Es geht nur um Sport! Was abseits der Stadien passiert, interessiert doch nicht.

Freuen wir uns schon mal auf die WM in vier Jahren in Katar: Fußball in der Wüste bei fünfzig Grad in heruntergekühlten Arenen. Sklavenarbeit beim Stadienbau. Dieselben Debatten, dieselbe Folgenlosigkeit. Anpfiff zum Eröffnungsspiel!

Die Kommerzialisierung hat die Schamgrenze überschritten

Dabei reicht es wirklich. Zu viel Tamtam. Der Logos ist Fleisch geworden, Fußball Event. Verkommen zur Show. Beim DFB-Pokalfinale vor einem Jahr musste man sich mit der Stadionwurst zur Halbzeit auch noch Helene Fischer reinziehen.

Die Kommerzialisierung hat die Schamgrenze überschritten. Spielermaterial, Hunderte Millionen schwer. Ein Milliardengeschäft, organisiert und vermarktet von einer Organisation mit Sitz in der Schweiz, korrupt, gierig

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