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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2018
Streit ums Abendmahl
Der Ökumene droht der Totalschaden
Der Inhalt:

Die Auferstehung des Tanzes

Schon immer haben die Menschen getanzt, um sich auszudrücken und zu verbinden. In Deutschland aber wurde der Tanz unterdrückt, missbraucht und ist fast verschwunden. Kann der »Tanzplan Deutschland« ihn wieder beleben?

Ein Studentenwohnheim in Gießen: In der Etagenküche feiert ein kurdischer Student Geburtstag. Aus dem Laptop tönt Musik, die kurdischen Studenten fassen sich an den Händen, tanzen in beschwingten Formationen durch die Küche. Nach einer Weile reihen sich auch die zwei Studentinnen aus Frankreich ein. Ihre deutschen Mitbewohner trinken Bier und schauen zu. »Und jetzt ihr!«, ruft einer der Tanzenden. Doch die deutschen Studierenden schütteln peinlich berührt die Köpfe.

Das Tanzen gehört tatsächlich nicht zu den besonderen Talenten, die man den Deutschen nachsagt. Im Land der Dichter, Denker und Ingenieure tanzt nur die Hälfte der Bevölkerung manchmal in ihrer Freizeit, und das meistens in der Disko ohne festgelegte Schrittfolge. Viele haben in der Jugend mal einen Tanzkurs besucht, später aber kaum noch davon Gebrauch gemacht. In der Schule wird zwar Musik, Kunst und Sport unterrichtet, aber kein Tanz.

Umso revolutionärer ist das, was in der Kindertagesstätte Weltreise passiert. Dort dürfen Kinder und Erzieher fast überall tanzen: im Flur, im Garten und in den Gruppenräumen. Das Radio läuft, die Kita-Leitung tanzt zu ihrem Büro und im Flur steht ein Klavier. Die Kita-Leiterin Barbara Glock, 58 Jahre, hat die Fortbildung »Kita-Tanz« besucht und seitdem einiges in ihrer Einrichtung verändert: In jedem Raum stehen ein Radio mit CD-Player und eine Schachtel mit CDs: von »Ritter Rost« bis Mozart. Die Kinder sollen verschiedene Stilrichtungen kennenlernen. Und wenn im Theater ein Tanzstück gegeben wird, gehen die Erzieher mit den Kindern hin, um es zusammen anzuschauen.

Auch das ist ziemlich neu. Denn das Publikum von Tanz- und Ballettvorführungen kommt bishe