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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2013
Wohin denn noch?
Abschied vom Wachstumswahn
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Frei sein kannst du später

von Anne Lemhöfer vom 09.03.2013
Auf dem Fleckenbühler Hof bei Marburg arbeiten ehemalige Süchtige unter strengen Regeln in der Landwirtschaft. Trotz Drills und fehlender Autonomie: Nicht wenige werden hier gesund
Kalter Entzug, harte Arbeit, ein straffer Tagesablauf und radikale Unterordnung: »Ich habe das gebraucht«, sagt Reynaldo Lopez (Foto: Wegst)
Kalter Entzug, harte Arbeit, ein straffer Tagesablauf und radikale Unterordnung: »Ich habe das gebraucht«, sagt Reynaldo Lopez (Foto: Wegst)
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Reynaldo Lopez lässt einen müffelnden weißen Klumpen von der linken in die rechte Hand fallen. Der Molke-Klotz soll Weichkäse werden, auf ein Brot geschmiert, zur Tomate serviert. Lopez stürzt den Klumpen auf ein Abtropfsieb, schnappt sich gleich den nächsten. Käseherstellung ist Akkordarbeit. Käse hoch, Käse umdrehen, Käse runter. Die Luft ist feuchtwarm. Es riecht säuerlich.

Reynaldo Lopez, 32 Jahre alt, gehörte als Jugendlicher zum sächsischen Leistungskader der Kanusportler, doch zwischen der Zeit, in der er paddelte, und der Zeit, in der er nun Käse stemmt, liegen Jahre, über die er nur stockend spricht. Die Suchtjahre. Er habe später als andere zum ersten Mal Alkohol getrunken, sagt Lopez, schließlich musste er immer zum Training.

Dann im Zeitraffer alles auf

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