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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2016
Mit Feinden reden
Ex-Diplomat Michael Steiner über die Magie des Verhandelns
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Die wilden Kerle

von Barbara Brüning vom 02.12.2016
Hat die Demokratie ein Männerproblem? Der Vormarsch der Populisten zeigt: Vor allem Männer müssten lernen, anders mit Bedrohungen umzugehen
Aggression: Als schnelle Antwort auf komplexe Probleme ist sie kein guter Ratgeber. (Foto: istockphoto/Nastco)
Aggression: Als schnelle Antwort auf komplexe Probleme ist sie kein guter Ratgeber. (Foto: istockphoto/Nastco)

Mit Drohgebärden und Demonstration von Stärke hat Donald Trump die Wahlen in den USA gewonnen. Ähnlich agiert die AfD in Deutschland. In den arabischen Ländern reagiert der sogenannte »Islamische Staat« mit Terror auf eine vermeintliche Bedrohung durch den Westen. Und überall stehen Männer in den vordersten Reihen: Hätten in den USA nur Frauen gewählt, dann hätte Hillary Clinton die Wahlen gewonnen. Würden in Deutschland nur Frauen wählen, dann wäre die AfD in vielen Parlamenten nicht vertreten. Haben die demokratischen Kräfte ein Männerproblem? Oder was ist mit den Männern los?

Angst ist das Tabugefühl schlechthin für Jungen

Anscheinend neigen sie dazu, auf gefühlte Bedrohungen mit Angriffen oder zumindest Säbelrasseln zu reagieren – Eskalation ist so unvermeidlich. Joachim Lempert ist Männertherapeut und Leiter eines Instituts für Gewaltprävention mit Sitz in Wien und Hamburg. Er erklärt dieses Verhalten so: »Jungs werden von Anfang an darauf trainiert, wenn sie Angst haben, erst recht dazubleiben.«

Angst sei das Tabugefühl schlechthin für Jungen, sagt Lempert. Was natürlich nicht bedeutet, dass sie keine Angst hätten – sie dürften es nur nicht zugeben. Daher komme die große Attraktivität der AfD in Deutschland, meint der Therapeut: »Das ist die einzige Partei, die sagt: Es ist tatsächlich eine Bedrohung da, und deshalb ist es in Ordnung, Angst zu haben. Es ist nicht dein Versagen, die Bedrohung kommt von außen – und deshalb tun wir uns zusammen.«

Doch sind solche pauschalen Aussagen über Männer heute noch zulässig? Haben sie sich seit den 1968er-Jahren nicht verändert? Gab es nicht längst die langhaarigen Latzhosenträger, die auf Karriere ver

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