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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2016
Mit Feinden reden
Ex-Diplomat Michael Steiner über die Magie des Verhandelns
Der Inhalt:

Vorgespräch: Gott im Kino finden?

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 02.12.2016
Der Theologe und Filmexperte Thomas Kroll bietet Film-Einkehrtage zwischen den Jahren an

Publik-Forum: Herr Kroll, Sie bieten Film-Einkehrtage in der Katholischen Akademie Schwerte an. Passen Theologie und Film denn zusammen?

Thomas Kroll: Theologie ist ja kein Selbstzweck, sondern hat immer mit dem Leben der Menschen zu tun. Und Filme verdichten Leben, sie dramatisieren. Ich gebe mein Theologe-Sein nicht an der Kinokasse ab.

Auf dem Programm steht: Mit Filmen zur Besinnung kommen. Geht das wirklich?

Kroll: Das kommt auf die Machart der Filme an. Ein »James Bond« ist sicher nicht unbedingt dazu geeignet, aber wenn ein Film eine Fragestellung transportiert, die uns spirituell etwas angeht, kann er durchaus der Auslöser sein, dass wir zum Nachdenken kommen – und zwischen den Bildern nachspüren, was sie für uns bedeuten.

Was werden denn da für Filme angesehen, Spielfilme oder Dokumentarfilme?

Kroll: Bollywood-Filme kommen bei uns nicht auf die Leinwand, Dokus allerdings ebenso wenig. Wir schauen uns Spielfilme an. Man muss sich das vorstellen wie klassische Vortrags-Exerzitien: Bei uns übernimmt der Film die Rolle des Vortrags, er ist also der Impuls für die weitere Beschäftigung mit Gott.

Wie läuft das in Schwerte, drei Tage Kino am Stück?

Kroll: Nein, abends sehen wir uns gemeinsam einen Film an, und dann wird erst einmal geschwiegen – die Nacht hindurch und noch über das Frühstück hinaus. Das Schweigen wird nur durch das Abend- und das Morgengebet unterbrochen. Erst am nächsten Morgen kommen wir dann in kleinen Gruppen zusammen, um über den Film und das, was er in uns angeregt hat, zu sprechen. Wieso habe ich an dieser oder jener Stelle weinen müssen? Warum hätte ich diesen Typ am liebsten an die Wand klatschen können? Weshalb war mir jene Frau so sympathisch? Ein Film setzt unseren Seelenbetrieb in Gang. Er hält jedem von uns einen Spiegel hin – man muss nicht, kann sich dabei aber selbst erfahren.

Was muss ich als Teilnehmerin mitbringen?

Kroll: Sie sollten offen sein für andere Teilnehmer und interessiert, sich mit sich selbst und Ihrem Glauben auseinanderzusetzen. Sie sollten auch in der Lage sein, Zeiten der Stille auszuhalten. Und noch was: Lassen Sie Ihr Handy doch mal drei Tage z

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