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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2013
Die Weisheit des Körpers
Wie wir lernen, unseren Gefühlen zu vertrauen
Der Inhalt:

»Die Kinder sind oft toleranter«

von Udo Rauchfleisch vom 07.06.2013
Anders als manche Kritiker meinen, können gleichgeschlechtliche Paare gute Eltern sein, meint der Psychoanalytiker Udo Rauchfleisch
Das Ehegattensplitting gilt in Deutschland ab sofort für eingetragene gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Juristen meinen: Nun ist auch das volle Adoptionsrecht für lesbische und schwule Paare nur noch eine Frage der Zeit. (Foto:  Jessica Diks/Fotolia.com)
Das Ehegattensplitting gilt in Deutschland ab sofort für eingetragene gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Juristen meinen: Nun ist auch das volle Adoptionsrecht für lesbische und schwule Paare nur noch eine Frage der Zeit. (Foto: Jessica Diks/Fotolia.com)

Sollen Homosexuelle Kinder adoptieren dürfen? In Diskussionen um die sogenannten Regenbogenfamilien taucht vonseiten der Kritiker immer wieder das Argument auf, ein gleichgeschlechtliches Paar könne Kindern kein ihrer Entwicklung förderliches Klima bieten, weil ihnen der gegengeschlechtliche Elternteil fehle. So argumentiert auch der Psychoanalytiker Hans-Joachim Maaz (Publik-Forum 8/2013). Dieses Argument mag zunächst plausibel erscheinen, erweist sich aber aus fachlicher Sicht als unsinnig: Zum einen verlieren lesbische Frauen und schwule Männer, die zuvor in heterosexuellen Ehen gelebt haben, durch ihr Coming-out ja nicht ihre erzieherische Kompetenz. Zum anderen betrifft ein solches Argument nicht nur Regenbogenfamilien, sondern in gleicher Weise die (meist von Frauen geführten) Einelternfamilien.

Tatsächlich sehen sich auch Einelternfamilien oft mit dem Vorwurf konfrontiert, diesen Kindern, vor allem den Jungen, fehle der Vater als männliche Identifikationsperson. Die Forschung zeigt jedoch, dass Kinder aus Einelternfamilien sich gleich entwickeln wie Kinder aus (heterosexuellen) Zweielternfamilien.

Zur Entwicklung von Kindern aus Regenbogenfamilien ist besonders die Langzeitstudie von Nanette Gartrell beachtenswert: Die amerikanische Forscherin hat 17 Jahre lang Kinder untersucht, die alle durch künstliche Insemination entstanden; diese Kinder haben folglich vom Beginn ihres Lebe

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Kommentare
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Mirko Hein
09.06.201322:05
Wer erzieht denn die Kinder - die Schule, die Gesellschaft oder die Eltern? Der Mensch kann ja meistens nicht mal sich selbst als Erwachsener erziehen. Wie sagt der Hl. Paulus: da ist keiner der gutes Tut - auch nicht ein Einziger...
Gott sei Dank liegt das Wohl und Wehe der Kinder nicht nur in der Hand von Menschen.