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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2013
Landraub
Der globale Kampf um Boden fordert Opfer
Der Inhalt:

»Es geht allein ums Kind«

von Bettina Röder vom 26.04.2013
Sollen gleichgeschlechtliche Paare Kinder adoptieren dürfen? Fragen an den Psychotherapeuten Hans-Joachim Maaz

Herr Maaz, das Bundesverfassungsgericht hat die Adoptionsrechte homosexueller Paare gestärkt. Was halten Sie davon?

Hans-Joachim Maaz: Ich habe dafür Verständnis, dass auch gleichgeschlechtliche Paare Eltern sein wollen, aber ich halte das auch für problematisch. Denn ein Kind braucht die Erfahrung von mütterlichen und väterlichen Beziehungsangeboten. Die Frage muss darum klar sein, wer die Vater- und wer die Mutterrolle übernimmt.

Warum ist das so wichtig?

Maaz: Das Mütterliche ist die Einfühlung, die Versorgung, die schützende Begleitung, die Bestätigung, damit ein Kind das Gefühl hat, es ist geborgen. Der Vater ist in der Verpflichtung, das Kind allmählich von der Mutter wegzulocken. Bei einer guten Mutter könnte man sich ein Leben lang aufhalten, würde aber so das ganze Leben versäumen. Wir sprechen von Triangulierung: Der Vater kommt in die Zweisamkeit von Mutter und Kind, um das Kind sinnbildlich in die Welt hinauszuführen. Das heißt, er fordert das Kind, er unterstützt es und bringt aber auch die Risiken und Begrenzungen des Lebens, die Verpflichtungen und Aufgaben dem Kind nahe. Und das sind unterschiedliche Funktionen.

Sind die an das Geschlecht gebunden?

Maaz: Nicht unbedingt. Es gibt mütterliche Männer und väterliche Frauen, es muss nur die Rolle klar sein. Für das Kind ist es wichtig, dass es beide Beziehungsangebote als Erfahrung machen kann.

Wenn die Vater- und Mutterrolle fehlt, welche Folgen hat das?

Maaz: Die drei wesentlichen Folgen einer schlechten oder fehlenden Mütterlichkeit sind, dass ein Mensch nicht selbstsicher, selbstbewusst ist, in seiner Identität verunsichert ist und in seiner Bindungsfähigkeit. Das Väterliche ist dafür verantwortlich, wie man Verantwortung übernehmen kann, aber auch Begrenzung akzeptiert, dass man sich nicht zu viel abverlangt.

Aus Studien weiß man aber, dass Kinder auch bei gleichgeschlechtlichen Paaren gut aufwachsen. Was spricht dann dagegen?

Maaz: Es ist zunächst mal kein Unterschied, ob es ein heterosexuelles oder gleichgeschlechtliches Paar ist, wenn diese Aufgabe, diese unterschiedlichen Funktionen dem Kind angeboten werden. Alle Eltern sind in der Verantwortung. Dar

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