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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2012
Wer rettet den Euro vor seinen Rettern?
Europa am Scheideweg
Der Inhalt:

Der jüdische »Way of Life«

von Juliane Kerlen-Gramsch vom 26.09.2012
Ausstellungen, Vorträge und Tanzworkshops: Mit ihrer Agentur vermitteln Esther Graf und Manja Altenburg jüdische Alltagskultur
Matzen, ungesäuertes Brot, erinnert Juden an den Auszug aus Ägypten. (Foto: Roman Sigaev - Fotolia)
Matzen, ungesäuertes Brot, erinnert Juden an den Auszug aus Ägypten. (Foto: Roman Sigaev - Fotolia)

Es knackt und knistert. Etwa sechzig Männer und Frauen knabbern Matzen, ungesäuertes Brot, das Juden während des Pessach-Festes essen und das an den Auszug aus Ägypten erinnert. An den Stehtischen im Foyer des Mannheimer Technoseums, des Landesmuseums für Technik und Arbeit, gibt es dazu koscheren Wein: einen Elsässer Riesling. In ihrem Vortrag über jüdische Speisevorschriften, den Kaschrut, erklärt Esther Graf den Unterschied von fleischigen und milchigen Lebensmitteln.

In ihrem Vortrag über jüdische Speisevorschriften, den Kaschrut, erläutert sie, dass nur Säugetiere verzehrt werden, die Wiederkäuer sind und gespaltene Hufen haben, und dass nicht alle Teile von Rind, Kalb, Schaf oder Ziege erlaubt sind. Schweine sind tabu. Bei Fischen müssen es solche mit Schuppen und Flossen sein. »Das sind ja erschreckend viele Tiere, die man als Jude nicht essen darf«, kommentiert ein Besucher. »Ich finde das nicht erschreckend«, sagt Esther Graf. »Wir haben immer genug zu essen.«

»Die Vielfalt des Judentums erlebbar machen«

Eine Frau will wissen, warum nur bestimmte Teile des Fleisches gegessen werden dürfen: »Ist der Rest nicht gut genug?« Graf antwortet: »Nein, aber so steht es in der Thora. Es dient der Mäßigung und der rituellen Reinheit.« Der Rest des Fleisches werde an Andersgläubige oder Ungläubige verkauft. »Was passiert, wenn man sich nicht an die Vorschriften hält?«, fragt ein Mann. Graf sagt: »Nichts. Nur das eigene Gewissen zählt. Jeder ist sich selbst verantwortlich.« Sich selbst bezeichnet Esther Graf als »bedingt praktizierend«. Sie lebt die Traditionen, die ihr wichtig sind: den Schabbat halten, Pessach feiern und den Versöhnungstag. U

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