Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2021
Angela Merkels schwieriges Erbe
Was die ewige Kanzlerin hinterlässt
Der Inhalt:

Kriegskinder
Das Ende des Verschweigens

von Eva-Maria Lerch vom 04.10.2021
Lange hat man der Kriegsgeneration eine »Unfähigkeit zu trauern« attestiert. Die Nachkriegskinder warfen ihren Eltern vor, die Gräuel des Kriegs und der Nazizeit »totzuschweigen«. Dem Autor Jürgen Wiebicke ist es gelungen, mit seiner Mutter in den Monaten vor ihrem Tod über all das zu sprechen.
Der Autor Jürgen Wiebicke (Foto: © Bettina Fürst-Fastré)
Der Autor Jürgen Wiebicke (Foto: © Bettina Fürst-Fastré)
PFplus

Weiterlesen mit Publik-Forum Plus:

Digital-Zugang sofort plus 2 Hefte gratis nach Hause
  • 4 Wochen kostenlos alle über 30.000 Artikel auf publik-forum.de lesen
  • die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • die nächsten 2 Ausgaben gratis in Ihrem Briefkasten
Digital-Zugang
  • Mehr als 30.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für »Publik-Forum«-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Mehr als 30.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen

Publik-Forum: Herr Wiebicke, Sie haben Ihre Mutter in den Monaten ihres Sterbens begleitet – und erst da hat sie Ihnen all die erschütternden Kriegserlebnisse erzählt, die sie bis dahin verschwiegen hatte. Wie kam das?

Jürgen Wiebicke: Meine Mutter hat – wohl weil sie spürte, dass ihre Zeit knapp war – plötzlich angefangen zu erzählen, und zwar anders als vorher: Raus aus den Erzählroutinen, weg von den Anekdoten. Rein in das, was für sie echte existenzielle Wucht hat. Als ich das verstanden habe, sagte ich: »Mama, stopp. Ich würde das gern aufschreiben.«

Daraus ist ein Buch geworden: »Sieben Heringe. Meine Mutter, das Schweigen der Kriegskinder und das Sprechen vor dem Sterben«.

Wiebicke

Kommentare und Leserbriefe
Ihr Kommentar
Noch 1000 Zeichen
Wenn Sie auf "Absenden" klicken, wird Ihr Kommentar ohne weitere Bestätigung an Publik-Forum.de verschickt. Sie erhalten per E-Mail nochmals eine Bestätigung. Der Kommentar wird veröffentlicht, sobald die Redaktion ihn freigeschaltet hat. Auch hierzu erhalten Sie ein E-Mail. Siehe dazu auch Datenschutzerklärung.

Mit Absenden des Kommentars stimmen Sie der Verarbeitung Ihrer Daten zur Bearbeitung des Kommentars zu. Zum Text Ihres Kommentars wird auch Ihr Name gespeichert und veröffentlicht. Die E-Mail-Adresse wird für die Bestätigung der Bearbeitung genutzt. Dieser Einwilligung können Sie jederzeit widersprechen. Senden Sie dazu eine E-Mail an [email protected].

Jeder Artikel kann vom Tag seiner Veröffentlichung an zwei Wochen lang kommentiert werden. Publik-Forum.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus anderen Gründen inakzeptabele Beiträge nicht zu publizieren. Siehe dazu auch Netiquette.
Jennifer Nicolay
22.10.2021
Vor einigen Jahren habe ich in Publik-Forum ein Interview mit der Psychotherapeutin Luise Reddemann zu transgenerationalen Kriegstraumata gelesen, das mich seither begleitet. Dadurch wurden mir Denkmuster in meiner und anderen Familien bewusst. Nun bin ich am Interview mit Jürgen Wiebicke hängengeblieben. Ich fand es rührend, wie er und seine Mutter in den letzten Monaten ihres Lebens eine andere Ebene ihrer Beziehung über das Erzählen von der Kriegszeit erreichen konnten. Meine Großmutter war im Krieg Kind, auch sie hat in den letzten Jahren viel über ihre Vergangenheit erzählt. Sie ist kürzlich verstorben und ich habe das Gefühl, viel von ihr und ihrem Leben verstanden zu haben.