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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2019
Die Zerreißprobe
Die Theologen Nikolaus Schneider und Dietmar Mieth hatten eine klare Haltung ...
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Bauhaus: Die Vision vom menschenfreundlichen Wohnen

von Britta Baas vom 29.11.2019
Vor hundert Jahren entstand eine Schule, die die Welt bewegte. Heute könnte der Geist von Weimar und Dessau seelenlosen Städten Leben einhauchen. Vielleicht pilgern deshalb Hunderttausende zu den Orten, an denen alles begann
Bauhausgebäude in Dessau: Es entstand 1925/26 nach Plänen von Walter Gropius (Foto: Baas/ VG Bild Kunst, Bonn 2019)
Bauhausgebäude in Dessau: Es entstand 1925/26 nach Plänen von Walter Gropius (Foto: Baas/ VG Bild Kunst, Bonn 2019)

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit«, wusste schon der Komiker Karl Valentin. Ob er dabei an das Bauhaus dachte? Valentin ist Zeitgenosse jener Frauen und Männer, die 1919 in Weimar ein großes Experiment beginnen: Sie verschmelzen Architektur, Kunst und Handwerk in einer Hochschule, aus der die Avantgarde der Klassischen Moderne hervorgeht.

Hundert Jahre später ist die Faszination für dieses Experiment ungebrochen. Das Bauhaus-Jubiläumsjahr neigt sich dem Ende zu und die Städte Weimar und Dessau, zentrale Schauplätze der Entwicklung, verzeichnen Besucherrekorde. Hunderttausende wollten in diesem Jahr sehen und spüren, welche Inspiration möglich war, die das Bauen nach der Jahrhundertwende radikal veränderte. Auch für Design, Fotografie und Kunstgeschichte spielte das Bauhaus eine Schlüsselrolle (vergleiche »Als die Fotografie ganz neu sehen lernte«, Seite 53). Doch das Interesse geht weit über die Beschäftigung mit der Vergangenheit hinaus. Der Geist des Bauhauses weht ins 21. Jahrhundert. Er wird nicht nur dafür bewundert, was er war, sondern dafür, was er sein könnte: Ideengeber für heute.

Denn die Städte, in denen wir leben, sind prekäre Orte des Wohnens geworden. Sie sind aufgeheizt durch den Klimawandel, werden bei stetig steigendem Zuzug aus purem Platzmangel immer weiter verdichtet. Es ist das Lebensgefühl der allgegenwärtigen Enge, das nach Auswegen suchen lässt. Doch zu oft sind Bauträger, die dem Wohnungsmangel Abhilfe schaffen sollen, allein an Gewinnmaximierung interessiert. Entsprechend monoton und geistlos bauen sie. Dahinter erkennt man nur noch die verordnete Pflicht, Beherbergungsstätten für arbeitende Menschen zu bieten. Menschenfreundlich ist das nicht.

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