Zur mobilen Webseite zurückkehren

Vatikan-Demokratie: Wer fragt, gewinnt

von Peter Otten vom 05.11.2013
Papst Franziskus ist wieder mal auf dem besten Weg, das Image des Vatikans in luftige Höhen zu schrauben: Jetzt startet er eine weltweite Umfrage unter Katholiken zum Thema »Ehe und Familie«. Dabei steht das Familienbild des Lehramts längst fest
Der Papst hört zu, die Basis redet: Franziskus hat das Image seiner Kirche in wenigen Monaten radikal gewandelt. Katholisch bleibt er trotzdem. (Zeichnung: Mester)
Der Papst hört zu, die Basis redet: Franziskus hat das Image seiner Kirche in wenigen Monaten radikal gewandelt. Katholisch bleibt er trotzdem. (Zeichnung: Mester)

»Papst startet Meinungsumfrage« titelte Zeit online. »Papst befragt alle Katholiken zu ihrer Meinung zu Ehe und Familie«, hieß es bei The Huffington Post. Doch gemach: Weder hat Franziskus ein Meinungsforschungsinstitut gegründet, noch geht es ihm um Meinungen, erst Recht nicht um die von Laien. Denn das, was die Kirche zu Liebe, Sex und Familie zu sagen hat, bezeichnet ein Vorbereitungsdokument zur geplanten Bischofssynode im Vatikan über die Familienseelsorge – terminiert auf Oktober 2014 – als »das Evangelium über die Familie«. Das heißt: Die lehramtliche Wahrheit bleibt, wie sie ist.

Jenes »Evangelium der Familie« beinhaltet nichts anderes als die traditionelle katholische Ehelehre: Die Ehe besteht aus der lebenslangen Verbindung von einer Frau und einem Mann, ist von Gott grundgelegt, ist von Natur aus auf das Wohl der Gatten und Nachkommenschaft ausgelegt – und sakramental. Eine lange Beweiskette – angefangen von Adam und Eva über Jesus bis hin zu den Enzykliken Humanae Vitae und Familiaris Consortio – sichert diese Darstellung ab. Damit ist auch das Ziel der Bischofssynode im Herbst 2014 klar: »Die Lehre des Glaubens in Bezug auf die Ehe muss wirksam und kommunikativ vorgelegt werden«, heißt es im Vorbereitungstext.

Das Problem, das der Vatikan lösen möchte, ist lediglich dies: Wie können verwirrte Katholiken weltweit wieder an die lehramtliche Wahrheit herangeführt werden? Eine Wahrheit, die sich ihnen durch kirchenfeindlichen Feminismus und relativen Pluralismus irgendwie verdunkelt hat? Also: Alles wie immer.

Trotzdem: Eine Befragung findet statt. Und da

PFplus

Weiterlesen mit Publik-Forum Plus:

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für »Publik-Forum«-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Kommentare
Der Kommentierungszeitraum für diesen Artikel ist abgelaufen, daher können Sie ihn leider nicht mehr kommentieren.
Susanne Oberhauser
05.11.201316:42
Es hat über hundert Jahre gedaurt, die Vorstellung guter, auch christlicher, katholischer Erziehung zu wandeln von "Zucht" zu gewaltfreier Erziehung. vgl http://lexetius.com/BGB/1631

So wie sich dieses Bild gewandelt hat glaube und hoffe ich dass sich auch die Vorstellung einer guten, christlichen Familie und Ehe weiter entwickelt. Ehe ist wo Liebe sich traut, verbindlich zu werden. Familie ist wo Kinder sind.

Die erfrischend Weltfremd anmutenden Fragen sind doch eine Steilvorlage klar zu machen, wie wir, das Kirchenvolk, die Dinge sehen!

Ich finde das gut.

Und falls unsere Bischofskonferenz sich anders als die britischen Kollegen nicht trauen sollte werden sicher Laien das Anliegen des heiligen Vaters unterstützend aufgreifen und eine entsprechende online Umfrage starten.
Heinz Pütter
05.11.201315:52
Gott greift in kein Leben ein, wenn wir es nicht wollen, auch nicht in unser Eheleben. Ob geschieden oder nicht geschieden, ist völlig egal. Kein Paar sollte ein Ehesakrament vor Gott eingehen das er am Ende nicht halten kann. Eine Ehesegnung der Kirche würde völlig ausreichen.
Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.
So wie wir lieben, so werden wir geliebt: Ursache und Wirkung. Das will uns Gott lehren, dann hat eine Ehe auch eine Chance zu bestehen. Wenn nicht, so sollte man sich friedlich trennen damit man Freunde bleibt.