Russisch-orthodoxe Kirche
Patriarch Kyrill legitimiert die russische Atombombe religiös
Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill hat nun auch die russische Atombombe religiös legitimiert. Bei einem Gottesdienst im Kloster Diwejewo, wo die Reliquien des heiligen Seraphim von Sarow aufbewahrt werden, predigte das Kirchenoberhaupt: »Russlands Atombombe entstand auch durch die Gebete des heiligen Seraphim.«
Seraphim von Sarow (1759-1833) war Mönch und Mystiker. Seit 2007 ist er der Schutzpatron der Atomstreitkräfte Russlands und sein Kloster ein Wallfahrtsort. Kyrill sagte: »Die Wissenschaftler, die hier in Sarow gearbeitet haben, haben unsere Atombombe entwickelt, die den Feind daran gehindert hat, Pläne zur Zerstörung und Versklavung unseres Vaterlandes umzusetzen.« Durch ihre Arbeit sei Russland Gottes Gnade und Barmherzigkeit offenbart worden, so der Patriarch. Viele russische Wissenschaftler glaubten, dass »die Entwicklung einer so mächtigen Waffe an diesem Ort kein Zufall war«. Ferner rief Kyrill zum Gebet auf, dass Gott »das russische Land, unseren orthodoxen Präsidenten, die Behörden und die Streitkräfte« beschützen möge. Erst kürzlich hatte er sich abfällig über Geistliche geäußert, die ein von ihm formuliertes und vorgeschriebenes Siegesgebet ablehnten und deswegen sanktioniert wurden oder flohen. Zudem hat er ein neues Buch veröffentlicht, dass von der Metaphysik des Krieges und seiner »erlösenden Kraft« handelt.

