Kölner Hochschule für Katholische Theologie
Kulturkampf mit dem Kardinal?
Die von Erzbischof Rainer Maria Woelki gegründete »Kölner Hochschule für Katholische Theologie« (KHKT) steht zum Ende des Sommersemesters ohne Führung da. Rektor Christoph Ohly, Geschäftsführer Dominik Heringer und Kanzlerin Nina Jungbluth hören auf. Das kommt überraschend. Bereits zuvor hatte Prorektor Elmar Naß sein Amt niedergelegt.
Wie freiwillig das in allen vier Fällen war, ist unklar. Recherchen des Kölner Stadtanzeigers deuten neben einem »toxischen Klima« auf einen Konflikt mit Woelki und der KHKT-Trägerstiftung um die Ausrichtung der Hochschule hin. Demnach hätten sich die Zurückgetretenen unter Berufung auf die Wissenschaftlichkeit der Hochschule einem von oben gewünschten Rechtsruck nach amerikanischem Muster verweigert. Unter anderem sollen sie sich gegen die Einladung des US-Bischofs und Trump-Fans Robert Barron ausgesprochen haben. Die Zeitung zitiert »aus dem Umfeld« des Führungstrios: »Die wollten nicht zum ›Hurra, Herr Kardinal‹-Club gehören und als Woelkis Marionetten bedingungslos seinen Kulturkampf führen.« Die Nachfolge an der KHKT-Spitze ist offen. Die Stiftung teilte nur mit, »eine Findungskommission« solle »zeitnah aktiv werden«.

