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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2018
Gott wird Wort
In der modernen Welt vom Unsagbaren reden
Der Inhalt:

Leserbriefe

Hoffen, nicht glauben

Zu: »Gott, mein Therapeut« (22/18, Seite 26-29)

Dank an Britta Baas für diese Titelgeschichte, die fortgesetzt werden sollte! Hier geht es um einen Glaubensweg, den die Menschen gerade neu lernen: Gott wartet an den Hecken und Zäunen der Welt auf die Liebenden und schenkt ihnen neue Kraft in der Not ihres Lebens. Ja, es stimmt: Gott hat sich leise aus dem Staub der Religionen und Kirchen gemacht. Nach den himmelschreienden Verbrechen vieler seiner Religions- und Kirchendiener und der gottlosen Gewalttätigkeit der blindwütigen »Gotteskämpfer«, die sich auf Ihn – verlogen fundamentalistisch – berufen, hat Er es bei den Religionen und Kirchen nicht mehr ausgehalten, sich davongemacht und den Bedrängten, Heimatlosen, Verlassenen und Armen zugewendet, »nicht um sie zu trösten, sondern ihnen Kraft im Unglück zu schenken« (Simone Weil). So offenbart Er sich heute zunehmend den bedrängt Liebenden außerhalb der Religionen als der universale Gott der Liebe, der in der Not nicht als »deus ex machina« hilft (Bonhoeffer), sondern ihnen mit einer wunderbar neuen Stärke zur Seite steht. Die Kirchenlehrerin der katholischen Kirche, Theresia von Lisieux (1873-1897), verlor in ihrer letzten Krankheit mit 23 Jahren ihren tief verinnerlichten kirchlichen Glauben und bekannte den Mitschwestern voller Angst und Zweifel, dass sie nicht mehr an Gott glauben könne, weil Er für sie nicht mehr da sei, und dass es für sie keinen Himmel mehr gebe und alle Lehren der Kirche ihr wie leeres Stroh vorkämen. Nur die Liebe, sagte sie, brenne in ihr wie ein helles unauslöschliches Feuer. Ihr letztes, gut bezeugtes und nicht zurückgenommenes Bekenntnis im Angesicht des Todes war: »Ich glaube nur