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Mit dem Rücken zur Wand

Russlands Opposition und der Alltag. Vier Ortstermine in St. Petersburg und Moskau. Protokoll eines Besuchs
von Bernhard Clasen vom 06.11.2009
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St. Petersburg, 1. Oktober 2009

Wütend verlässt Raschid Alimow, Sprecher der Umweltgruppe Öko-Perestroika, das Gerichtsgebäude in St. Petersburg. Er kann nicht begreifen, warum er gerade zu einer Geldstrafe verurteilt worden ist. Die ist mit umgerechnet 25 Euro zwar nicht hoch. Doch nun hat Alimow eine Ordnungswidrigkeit in seinen Akten stehen, das könnte in einem weiteren Fall erschwerend wirken. Alimows »Schuld«: Er hatte Anfang September eine Mahnwache gegen die Anlieferung deutschen Atommülls aus dem nordrhein-westfälischen Gronau angemeldet. Nachdem die Behörden die Mahnwache verboten hatten, erklärte ein Petersburger Gericht wenig später das Verbot für ungültig. Die dann von Alimow organisierte Mahnwache sei trotzdem rechtswidrig gewesen, so das Gericht. Schließlich sei Alimow verpflichtet gewesen, die Mahnwache erneut zu beantragen. Der Umweltschützer, der seine Brötchen als Übersetzer verdient, kann dieser Logik nicht folgen. Doch er muss zahlen und den Eintrag in seine Akten hinnehmen.

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