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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2016
Was die Gesellschaft zusammenhält
Ein Gespräch mit dem Philosophen Hans Joas
Der Inhalt:

M
wie Museum: Stoffpuppen und Schulbücher

von Christine Weber-Herfort vom 21.10.2016

Schönberg (Holstein). Eine Stoffpuppe mit Knopfaugen für die Mädchen, ein Flitzebogen aus heimischer Weide für die Jungen – die Weihnachtsgeschenke für unsere Urgroßeltern waren bescheiden, die Freude oft überwältigend. Im Kindheitsmuseum in Schönberg werden Kindheiten ab dem Kaiserreich gegen Ende des 19. Jahrhunderts bis in unsere Zeit erfahrbar. Vermittelt durch Spiele, Spielzeug, Kleidung, Schulmaterial und einen Bestand von 2000 Kinder- und Jugendbüchern kann man in das familiäre und schulische Leben dieser Region Schleswig-Holsteins eintauchen. Doch auch die Zurichtung der Schulkinder im Nationalsozialismus wird erfahrbar, etwa an einer Rechenaufgabe aus einem Schulbuch für Volksschulen in Schleswig-Holstein: »Die Kosten der Unterhaltung der erblich Belasteten drücken schwer auf die Staatsausgaben. 1936 waren in den Anstalten 209 032 Geisteskranke untergebracht, die Kosten in Höhe von 130 458 011 Reichsmark verursachten. Wie hoch sind die Kosten je Person im Jahr 1936?« Wer diese »Unmenschen«-Sprache auf sich wirken lässt, bekommt eine Ahnung davon, wie damals versucht wurde, schon die Kinder ihrer humanen Orientierung zu berauben.

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