Angst vor dem Kirchenvolk
Im Spätsommer muss Alois Glück, der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), wohl die Faxen dicke gehabt haben. Er wusste, dass eine Arbeitsgruppe der katholischen Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) eine Art von Sozialwort, genannt »Ökumenische Sozialinitiative«, vorbereitete. Was genau geplant und geschrieben wird, das teilten die Kirchenspitzen dem ZdK ebenso wenig mit wie anderen kirchlichen Verbänden. Also schrieb Glück einen Brief an den Münchner Kardinal Reinhard Marx mit der Bitte um Aufklärung. In seiner Antwort äußert sich Marx kaum zum Inhalt des Textes – und nur dürftig zur Diskussion nach dessen Veröffentlichung. Die Kirchenoberen mögen es lieber heimlich.
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