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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2018
Geld sauber anlegen
Wie es geht. Was es bringt. Worauf man achten muss
Der Inhalt:

Flauschig und tröstlich

von Sara Mierzwa vom 21.09.2018
Warum immer mehr Pädagogen Handpuppen einsetzen

Erinnern Sie sich noch an Ihr Kuscheltier oder Ihre Lieblingspuppe? Die Begleiter unserer Kindheit konnten uns trösten oder zum Lachen bringen. Wir konnten mit ihnen spielen oder sie mitnehmen, wenn wir das erste Mal anderswo übernachteten. Heute nutzen Logopädinnen, Therapeuten, Erzieherinnen und Polizisten die motivierende und emotionale Wirkung des Handpuppenspiels. So auch die Lehrerin Saskia Heisel: Ihre Lieblingshandpuppe ist ein flauschiger pinkfarbener Vogel namens Freddy. Ihn lässt sie etwa im Musikunterricht die Noten erklären – vor allem dann, wenn die Motivation der Klasse einen Tiefpunkt hat. Heisel hat die Vogel-Handpuppe Freddy auch schon eingesetzt, wenn es mit Gruppenarbeiten im Unterricht nicht gut lief. »Freddy, was machst du, wenn du dich mit Mitschülern nicht gut verstehst?«, wurde die Handpuppe zum Beispiel von den Schülern gefragt.

Und nicht nur in Klassenräumen spielen Handpuppen eine Rolle: Die Handpuppe beim Logopäden zeigt dem Patienten, wie das »S« richtig gesprochen wird. Dafür reißt sie weit ihren Mund auf, und die Finger des Puppenspielers bewegen die Zunge. Die Handpuppe im Morgenkreis einer Kindertagesstätte kann über Streit mit den Kindern sprechen. Und die Handpuppe der Polizisten hilft bei der Verkehrserziehung – alles auf Augenhöhe.

»Handpuppen sind meistens positiv besetzt, weil sie uns an unsere Kindheit erinnern«, sagt die Sozialpädagogin Astrid Marx. Sie bietet Fort- und Weiterbildungen zum Thema Handpuppen für pädagogische Fachkräfte, Großeltern, Lesepaten und Interessierte an. Wenn die 48-Jährige mit Handpuppen in der Kindertagesstätte spielt, dann übernimmt die Handpuppe den solidarischen Part mit den Kindern: Sie ist albern, verständnisvoll und kann übertriebene Geschichten erzählen. Gefühle lassen sich so besonders gut thematisieren, sagt Astrid Marx: »Die Handpuppe eröffnet einen Schutzraum, in dem Menschen über Themen sprechen können, die ansonsten zu privat sind: zum Beispiel über Tod oder Versagen.« Damit das gelingt, sollten Puppenspieler einige Regeln beachten, rät Pädagogin Marx: Die Handpuppe braucht eine eigene Biografie und verhält sich entsprechend dieser erfundenen Rolle. Dazu gehört auch, dass sie spontan reagiert und keine auswendig gelernten Texte aufsagt. Sie soll Augenkontakt mit dem Publikum oder dem Gegenüber halten, während des Spiels unter Spannung stehen und nicht schlapp herunterhängen. Ganz wichtig: Mit der Handpuppe so

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