Nicaragua schaltet kirchliche Sender ab
In Nicaragua bahnt sich eine harte Konfrontation zwischen Staat und Kirche an, nachdem der regierungskritische Bischof Rolando Álvarez unter Hausarrest gestellt und etliche seiner Mitarbeiter verhaftet wurden. Álvarez ist Direktor eines kirchlichen Radiosenders, der mittlerweile abgeschaltet wurde, wie zahlreiche weitere kirchliche Sender. Die Regierung unter Präsident Daniel Ortega wirft den Sendern Anstachelung zu Gewalt und Aufruhr vor. Menschenrechtsgruppen sprechen dagegen von einem Versuch, Kritiker zum Schweigen zu bringen. Der Klerus von Esteli hat sich mit einem offenen Brief an die Regierung gewandt. Darin wird den Vorwürfen scharf widersprochen und die Freilassung der Inhaftierten gefordert. In dem Schreiben heißt es: »Respektieren Sie die politische Verfassung der Republik!« Der religionspolitische Sprecher der Union-Bundestagsfraktion Thomas Rachel (CDU) sagte, die Feindseligkeiten der nicaraguanischen Regierung gegen die katholische Kirche hätten ein nie dagewesenes Ausmaß erreicht. Die Bundesregierung müsse in ihrer Außen- und Entwicklungspolitik auf der Einhaltung von Menschenrechten sowie auf der Wiederherstellung demokratischer und rechtsstaatlicher Prinzipien in Nicaragua bestehen. Papst Franziskus warb für einen »offenen und ehrlichen Dialog« in dieser »sehr schwierigen Situation«.
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