Zur mobilen Webseite zurückkehren
Schriftgröße ändern:

Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2018
Hitze-Schock
Wie Landwirte und Verbraucher jetzt umsteuern müssen
Der Inhalt:

Reggae für die Arbeiterklasse

Reggae. Vor fünfzig Jahren wurde in London das Plattenlabel Trojan gegründet, das sich auf Musik von jamaikanischen und britischen Reggae-Künstlern spezialisierte. Der Name stammt von den legendären mobilen »Soundsystems«, die auf Jamaika eine ganz eigene Kultur begründeten: Diese Open-Air-Disco auf Rädern bestand im Wesentlichen aus einem umgebauten alten Lieferwagen der britischen Marke »Trojan«. Hauptzielgruppe des Labels waren damals die Einwanderer aus der Karibik. Doch noch eine andere Jugendkultur entdeckte diese Musik für sich: die britischen Skinheads der ersten Stunde. Sie waren stolz auf ihre Arbeiterklassenherkunft. Von ihren bürgerlichen Altersgenossen, die Beatles und Rolling Stones hörten, grenzten sie sich durch diesen Musikgeschmack streng ab. Sie tanzten zusammen mit jungen Immigranten auf den selben Parties zur selben Musik und waren damals – und sind es zum Teil noch bis heute – klar antirassistisch orientiert.

Trojan-Records lieferte den Soundtrack dafür und landete etliche Charterfolge, bevor es finanziell ins Trudeln geriet und mehrfach den Besitzer wechselte. Zuletzt hat sich das Label vor allem mit Zusammenstellungen klassischer Reggae- und Skamusik aus den 1960er- und 1970er-Jahren hervorgetan. Was dauerhaft bleibt, sind die wunderbaren Originalsongs, die man heute oft nur als Coverversionen kennt. So stammt zum Beispiel »Kingston Town« im Original nicht von UB40, sondern eigentlich von Lord Creator; und »Rivers of Babylon« sangen die Melodians, lange bevor Boney M damit die Hitparaden stürmten. Sechzig solcher Perlen sind nun auf drei CDs zum Trojan-Jubiläum in einer Box versammelt, mit der sich wunderbar der Sommer begehen lässt – und der