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kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2018
Hitze-Schock
Wie Landwirte und Verbraucher jetzt umsteuern müssen
Der Inhalt:

Drei Leichen Mitte achtzig

Roman. »Achtzehn Hiebe« ist ein Kriminalroman und gleichzeitig ein historischer Roman, der einen Rückblick in die Vorgeschichte Israels gewährt: Zwei junge jüdische Freundinnen hatten 1946 während der britischen Besatzung Palästinas zwei Soldaten Ihrer Majestät kennen- und lieben gelernt. Sie verbrachten romantische Tage an der Küste, bevor sie sich eines Abends in einer Bar vergnügten. Dort werden die beiden Briten von jüdischen Untergrundkämpfern festgenommen. Mit achtzehn Peitschenhieben quälen und demütigen sie die jungen Offiziere. Die beiden Liebespaare verlieren einander und ihre Partner aus den Augen. 67 Jahre später trifft sich das Quartett wieder in Tel Aviv. Während das eine Paar schnell an die alte Liebe anknüpft und sich neu verliebt, bleibt die Begegnung der beiden anderen unterkühlt. Die Verhältnisse sind komplizierter, als sie zunächst scheinen, und innerhalb eines Monats sind drei der vier Mittachtziger tot. Was steckt dahinter? Der Taxifahrer Eitan Einoch will das herausfinden …

»Achtzehn Hiebe« ist E-Literatur und gleichzeitig U-Literatur. In manchen Passagen werden die großen Fragen des Lebens, der Liebe, des Alters aufgeworfen, meist aber bleibt der Roman im flachen Alltag hängen. Dabei ist er handwerklich gut gemacht und spannend erzählt. Der Leser schnuppert ein bisschen israelischen Alltag und lernt etwas über das spannungsgeladene Verhältnis zwischen Briten und Juden während der Mandatszeit. Was ihn fesselt, ist allerdings nicht so sehr die existenzielle Durchdringung einer wie auch immer gearteten Wirklichkeit oder brillante Charakterzeichnungen, sondern der Kriminalfall, den Einoch zusammen mit einem Freund lösen will.

Assaf Gavron: Achtze