Solidarnosc zerstritten
Das Europäische Solidarnosc-Zentrum in Danzig hat Ärger mit der legendären Gewerkschaft Solidarnosc, die vor dreißig Jahren zum Zusammenbruch des Ostblocks beitrug. Die Gewerkschaft, die laut Spiegel in den vergangenen Jahren »stark nach rechts gerückt« ist, will dem Zentrum, dessen Mitbegründer sie ist, verbieten, ihr Logo zu verwenden. Basil Kerski, Direktor des Zentrums, sagte gegenüber dem Spiegel, die Gewerkschaftsführung sei der Meinung, die Projektarbeit des Zentrums vertrage sich nicht mit christlichen Werten. Im Kern gründet der Streit demnach darin, dass sich die Gewerkschaft Solidarnosc und das Solidarnosc-Zentrum politisch und gesellschaftlich in unterschiedliche Richtungen bewegen: Während das Zentrum mit sozialen Bewegungen, mit Migranten und sexuellen Minderheiten zusammenarbeitet, habe sich die Gewerkschaft zu einer national-katholischen Bewegung entwickelt. Kerski: »Solidarnosc hat sich politisch verengt und ist ein ideologisches Bündnis mit der nationalkonservativen Regierung eingegangen.«
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