Mauer im Weingut
Israels Oberstes Gericht hat sein eigenes, aufsehenerregendes Urteil (Publik-Forum 11/15) für das christliche Weingut Cremisan im besetzten Palästina gekippt, berichtet Radio Vatikan. Damals hatten die Richter die geplante Sperrmauer durch das christliche Weingut Cremisan bei Bethlehem für illegal erklärt und die Armee verpflichtet, eine Alternativroute zu suchen, die keine Beeinträchtigung für die palästinensischen Bauern und die zwei Salesianer-Klöster in Cremisan bildet. Die drastische Änderung des vorherigen Urteils wird vor Ort als »politisch« gedeutet. Denn der neue Entscheid erfolgte, als der Vatikanstaat seinen umfangreichen Staatsvertrag mit dem palästinensischen Staat abschloss. Der Vertrag beinhaltet Religionsfreiheit sowie die Freiheit, die Religion zu wechseln, und diene, so Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, als eine Art Blaupause für zukünftige Verträge des Vatikans mit islamischen Staaten. Unter jüdischen Siedlern und im rechten Regierungslager Israels hatte der Vertrag empörte Reaktionen ausgelöst.
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