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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2016
Schenkt ihnen nicht eure Angst!
Wie rechte Populisten die Gesellschaft spalten
Der Inhalt:

Was wir jetzt brauchen

Papst Franziskus hat unmissverständlich klargemacht: Auf uns kommt es an. Warum dazu auch eine neue Ökumene gehört

Ökumene heute ist durch die Globalisierung neu herausgefordert. Und was wir Globalisierung nennen, kommt sehr konkret als die Erkenntnis auf uns zu, dass alles mit allem und mit allen zu tun hat und verbunden ist: mit Hunger- und Bürgerkriegsflüchtlingen, mit globalem Ressourcenkampf, mit ökologischen (menschengemachten) Katastrophen, sodann mit kollektiver Regression in nationale oder kulturell-religiöse Abschottung. Und das just zu einer Zeit, da wir uns als die eine Menschheit zu konstituieren hätten.

Viele in den Kirchen haben sich diesen Herausforderungen schon länger, bewusst seit den 1980er-Jahren, in einem gemeinsamen Lernweg, im sogenannten »Konziliaren Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung«, gestellt. Gerade hinter dem »Eisernen Vorhang«, wo ich damals lebte, hat dieser Impuls viel bewegt. Manche Herausforderungen sind auch nach dem Fall der Mauer geblieben. Andere haben sich verschärft. Ich stelle daher die Frage: Wie viel Ausblick von heute steckt im Rückblick auf die letzten Jahrzehnte und was bedeutet es, dass wir mit der existenziellen Gefahr für das Überleben der Gattung seit Hiroshima schon eine Menschheit geworden sind? (…)

Papst Franziskus hat in seiner Enzyklika auf die fundamentale Wahrheit hingewiesen: Auf uns kommt es an. Wir sind verantwortlich, dass eine neue Richtung eingeschlagen wird. Verantwortung heißt: Antwort zu geben auf die beschriebene Situation. Heute sollen und können Kirchen und Christen vereint zu Promotoren einer neuen Weltverantwortung werden. Voraussetzung ist, dass wir umkehren, uns zu unserer Mitschuld an den Fehlentwicklungen bekennen, die Herausforderung annehmen und uns nicht mehr durch Probleme zwischenkirchlicher Konsensfindung b