Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2023
Der Inhalt:

Ein jüdisch-orthodoxer Junge zwischen Geborgenheit und Freiheit

von Birgit-Sara Fabianek vom 26.05.2023
Artikel vorlesen lassen
(Foto. istockphoto/clu)
(Foto. istockphoto/clu)

Jugendroman. Hoodie ist cool, nicht nur wegen seines Namens (»wie der Pulli«), einer Abkürzung von Jehuda. Doch ins Herz schließt man den jüdischen Jungen, weil er ebenso liebenswürdig wie sarkastisch ist und auch in den schwierigsten Momenten seinen Humor nicht verliert. Hoodie Rosen lebt in einer amerikanischen Kleinstadt. »Wenn du dich an stark übertriebenen orthodoxen Stereotypen orientierst, dann liegst du goldrichtig«, sagt Hoodie über seine strenggläubige Familie, deren Rituale er eher locker nimmt. Während er bei Rabbi Moritz den Talmud paukt, entdeckt er draußen ein tanzendes Mädchen, das so gar nicht in sein Viertel zu passen scheint. Als er erfährt, dass Anna-Marie die Tochter der Bürgermeisterin ist, die den Zuzug der jüdischen Gemeinde in ihr Städtchen am liebsten rückgängig machen würde, hat er sich schon bis über beide Ohren verliebt. Als die beiden auf dem Friedhof geschändete Grabsteine von Hakenkreuzen und Sprüchen wie »Geht nach Hause, Juden!« säubern, ist das leider nicht der Beginn einer Liebe, die Grenzen überwindet, sondern der Beginn von großem Ärger. Denn was für Hoodie eine gute Tat ist, ist für seine Familie, seine Lehrer und Freunde Verrat. Hoodie wird ausgegrenzt und erfährt, wie fragil die Geborgenheit seiner engen Gemeinschaft ist. Doch das macht ihn nicht zum Aussteiger, sondern verstärkt seinen Hang, alles zu hinterfragen. Bis ein Terroranschlag auf einen koscheren Supermarkt Gewissheiten auf allen Seiten sprengt. »Ruhm und Verbrechen des Hoodie Rosen« ist ein lange nachhallender Adoleszenzroman aus der Welt orthodoxer Juden mit einem Protagonisten, der darauf besteht, dass es immer eine »sitra achra« gibt, die andere Seite, die es wert ist, wahrgenommen zu werden. Wie Hoodie versucht, seine Individualität auszuleben und trotzdem nicht mit seiner Familie zu brechen, das ist eine ebenso unterhaltsame wie tiefgründige Geschichte.

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 10/2023 vom 26.05.2023, Seite 55
Die Seele der Welt
Die Seele der Welt
Was Gott mit der Evolution zu tun hat
4 Wochen freier Zugang zu allen PF+ Artikeln inklusive E-Paper
Kommentare und Leserbriefe
Ihr Kommentar
Noch 1000 Zeichen
Wenn Sie auf "Absenden" klicken, wird Ihr Kommentar ohne weitere Bestätigung an Publik-Forum.de verschickt. Sie erhalten per E-Mail nochmals eine Bestätigung. Der Kommentar wird veröffentlicht, sobald die Redaktion ihn freigeschaltet hat. Auch hierzu erhalten Sie ein E-Mail. Siehe dazu auch Datenschutzerklärung.

Mit Absenden des Kommentars stimmen Sie der Verarbeitung Ihrer Daten zur Bearbeitung des Kommentars zu. Zum Text Ihres Kommentars wird auch Ihr Name gespeichert und veröffentlicht. Die E-Mail-Adresse wird für die Bestätigung der Bearbeitung genutzt. Dieser Einwilligung können Sie jederzeit widersprechen. Senden Sie dazu eine E-Mail an [email protected].

Jeder Artikel kann vom Tag seiner Veröffentlichung an zwei Wochen lang kommentiert werden. Publik-Forum.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus anderen Gründen inakzeptabele Beiträge nicht zu publizieren. Siehe dazu auch Netiquette.
Publik-Forum
Publik-Forum
Einen Moment bitte...
0:000:00
1.0