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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2019
Die Kunst, den Kapitalismus zu verändern
Eine Annäherung in fünf Schritten
Der Inhalt:

»Mischen wir uns ein!«

von Markus Dobstadt vom 24.05.2019
Publik-Forum verabschiedet mit einer Matinee zum Thema »Was machen wir bloß mit diesem Kapitalismus?« Chefredakteur Wolfgang Kessler in den (Un-)Ruhestand

Zwanzig Jahre hat Wolfgang Kessler die Redaktion geleitet, zuvor war er dort Redakteur und Freier Mitarbeiter. Die Vision von einer menschenwürdigen, gerechten Welt, die Publik-Forum seit seiner Gründung vor 47 Jahren verfolgt, war auch immer seine Vision. »Du bist ein Glückssucher«, sagte Redakteurin Britta Baas in ihrer Rede zum Abschied. Einer, »der nicht verbissen und verbohrt, sondern mit Witz und Wohlfühlfaktor nach lebenswerten Alternativen zum herrschenden Kapitalismus sucht«. Und ein Optimist, der »selbst im tiefsten Dunkel das Licht am Ende des Tunnels sieht«.

Dass Wolfgang Kessler schon seit Jahrzehnten auf die immer größeren Schäden aufmerksam macht, die der globale Kapitalismus verursacht, darauf wies Wolfgang Storz, der ehemalige Chefredakteur der Frankfurter Rundschau, in seiner Rede hin. Kessler habe früh vor den Risiken deregulierter Finanzmärkte gewarnt, »gegen den Mainstream« geschrieben und belegt, »wie einfach gute Lösungen sein können«. In der Tat: Selbst in seinem Abschied bleibt Kessler sich treu. Auf Seite 12 in dieser Ausgabe macht er Vorschläge, wie der globale Kapitalismus gezähmt werden könnte. In seinem neuen Buch »Die Kunst, den Kapitalismus zu verändern« geht er ins Detail. Und bei der Matinee machte er immer wieder Mut zur Veränderung: »Weiter denken wie bisher reicht nicht. Denken wir eine Alternative! Fangen wir mit den Veränderungen bei uns an!« Er forderte die 400 Gäste auf: »Überwinden wir den Frust über die herrschende Politik. Mischen wir uns ein!« Angesichts des Atomausstiegs und der Atomkatastrophe von Fukushima fügte er hinzu: »Hoffen wir, dass wir nicht für jede grundlegende Veränderung eine Katastrophe brauchen.« In der Matinee standen nicht nur Kesslers Ideen zur Diskussion. In einer Podiumsdiskussion debattierten mit ihm der Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge, die attac-Mitbegründerin Jutta Sundermann und der aus der Demokratischen Republik Kongo stammende Theologe Boniface Mabanza.

Eine Wirtschaftsweise, die den Profit vor die Natur und den Menschen stellt, »gehört abgeschafft«, sagte Mabanza. Doch wie kann das geschehen? Vielleicht, indem wir »Räume finden«, um uns zu vernetzen und persönliche Überzeugungen in Politik zu übersetzen, schlägt Mabanza vor. Aktivistin Jutta Sundermann, die die Fridays-fo

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