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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2024
Der Inhalt:
Religion & Kirchen
Leben & Kultur

Ausstellungstipp
Die Befreiung der Malerei im 360°-Panorama

Im Panometer Leipzig zeigt Yadegar Asisi seine Interpretation von Claude Monets »Die Kathedrale von Rouen«.
von Katrin Schreiter vom 06.05.2024
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(Foto: Katrin Schreiter)
(Foto: Katrin Schreiter)

Ausstellung. Seit mehr als 20 Jahren zeigt Yadegar Asisi im Panometer Leipzig seine riesigen 360°-Panorama-Kunstwerke. Diesmal hat er Claude Monets Gemäldeserie »Die Kathedrale von Rouen« neu interpretiert. 33 Bilder umfasst das impressionistische Werk. Asisi hat daraus ein Rundbild geschaffen, mit dem er die Betrachterinnen und Betrachter in die französische Stadt Rouen im ausgehenden 19. Jahrhundert entführt.

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 09/2024 vom 10.05.2024, Seite 53
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Herzstück ist die Kathedrale Notre-Dame. Asisi hat sie in seinem Atelier als ein sechs mal zwei Meter großes Ölbild auf Leinwand gemalt, hochauflösend digitalisiert, gedruckt und schließlich als 32 Meter hohes und 110 Meter breites Panorama inszeniert. Zu erkennen sind das mächtige Westwerk der Kirche und ringsherum die Bürgerhäuser mit ihrer Fachwerkarchitektur – alles im Stile des Impressionismus, bei dem sich die groben Pinselstriche erst aus der Ferne betrachtet zu einem stimmungsvollen Ganzen fügen. Durch die Kombination von Malerei und Technik hat Asisi ein plastisch wirkendes XXL-Werk erschaffen, das man am besten vom 15 Meter hohen Besucherturm aus betrachtet. Im Hintergrund hört man Glockengeläut, eine Kutsche rollt über das Kopfsteinpflaster, Hufe trappeln, Leute schwatzen, leise ertönt Musik. Eine Tag-und-Nacht-Simulation sorgt für ein faszinierendes Spiel aus Licht und Farbe.

Asisi sieht im Impressionismus die »Befreiung der Malerei«, mit der eine ungehinderte Entfaltung von Motiven, Themen und Maltechniken möglich wurde. »Im digitalen Zeitalter glaubt man, mit einem schnellen Klick die Welt im Kasten zu haben«, meint Asisi. Er will mit seiner Arbeit aber keineswegs den Zeigefinger heben und hat auch keine Angst vor technischem Fortschritt in der Kunst. Wie einst der Impressionismus, erweitern auch Fotografie und KI die künstlerischen Möglichkeiten. »Ich möchte vielmehr deutlich machen, dass wir sinnliche Menschen sind«, sagt Asisi. Dem 69-Jährigen geht es – wie auch Monet – um die menschliche Wahrnehmung.

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