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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2015
Das Verschwinden der Freiheit
Der Sozialpsychologe Harald Welzer über die Bedrohung durch Google ...
Der Inhalt:

Jetzt röchelt sie wieder

Was tun, wenn die Espressomaschine kaputtgeht? Zum Glück gibt es Repair Cafés – und nette Menschen, die gerne helfen

Gestern ging sie noch. Heute gibt es statt Espresso die trockene Lektüre einer Gebrauchsanleitung, die nicht weiterhilft. Die Espressomaschine soll gereinigt werden, lese ich. Doch wie, wenn das Wasser nicht mehr angesaugt wird?

Ich rufe beim Versandhaus an. Dort reagiert man unwirsch, nachdem ich verrate, dass das Gerät keine Gewährleistung mehr hat. Dabei geht es mir nicht um eine Reklamation, ich will lediglich klären, ob ich das Gerät in Reparatur geben kann.

Eine Recherche im Internet ergibt, dass der italienische Hersteller keine Vertretung in Deutschland hat. Und bei der weiteren Suche finde ich ein Angebot: dieselbe Espressomaschine zum halben Preis.

Meine Maschine brummt nur noch, ich bin hilflos. Ist sie Schrott oder lässt sie sich reparieren?

»Wegwerfen? Denkste!«, heißt es ermutigend auf der Internetseite der Repair Café Stiftung. Auf der Seite findet sich auch eine Weltkarte, die alle Repair Cafés anzeigt, die sich offiziell unter dem Logo haben registrieren lassen. In Deutschland sind das mittlerweile über 200. Und das nicht mehr nur in größeren Städten, sondern auch auf dem Land. Seit die niederländische Umweltjournalistin Martine Postma in Amsterdam 2009 ein erstes Repair-Treffen erprobt hat, ist daraus eine weltweite Bewegung geworden.

Die Idee ist so pragmatisch wie politisch: Repair Cafés sind öffentliche Treffen, bei denen Menschen unentgeltlich und gemeinsam kaputte Dinge reparieren, die sonst weggeworfen werden würden. Besucher kommen mit alten Gegenständen, die kaputt gegangen sind, Freiwillige versuchen, die Geräte wieder zum Laufen zu bringen. Dabei wird geplaudert und am Ende