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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2015
Das Verschwinden der Freiheit
Der Sozialpsychologe Harald Welzer über die Bedrohung durch Google ...
Der Inhalt:

»Reparieren macht glücklich«

Wolfgang Heckl, Leiter des Deutschen Museums in München, über einen Gegenpol zur Wegwerfgesellschaft

Publik-Forum: Herr Heckl, Sie plädieren für eine »Kultur der Reparatur«. Warum?

Wolfgang Heckl: Dafür gibt es ganz viele Gründe. Einer ist die Ressourcenknappheit: Bevor wir alle Rohstoffe, die es auf der Erde gibt, verbrauchen, ist es vernünftiger, die Gegenstände, die schon vorhanden sind, möglichst lange zu benutzen, und dafür muss man sie reparieren können. Das ist eine uralte Kulturtechnik, mit der die Menschheit hunderttausend Jahre gut gelebt hat!

Sie haben im Deutschen Museum in München ein »Repair Café« eingerichtet. Wieso liegt Ihnen das Thema so am Herzen?

Heckl: Das ist ja auch ein pädagogisches Projekt: Beim Reparieren lernt man, wie Dinge funktionieren. Es zwingt zum genauen Schauen, Erleben und Entdecken. Gleichzeitig ist das auch eine kreative und ganzheitliche Tätigkeit, bei der alle Sinne angesprochen werden. Gerade heute brauchen Kinder die Erfahrung, etwas mit ihren Händen machen zu können. Wenn sie nur noch vor dem Bildschirm sitzen, statt sich auch mit Basteln, Bauen, Werken, Herstellen und Reparieren zu beschäftigen, ist etwas aus dem Gleichgewicht geraten.

Viele Menschen sagen allerdings von sich selbst, sie hätten zwei linke Hände …

Heckl: Man kann ja mit kleinen, einfachen Projekten anfangen. Und vielleicht kann man auch tauschen: Ich zeige dir, wie man Knöpfe annäht, und du zeigst mir, wie man ein gebrochenes Metallstück schweißt. Insofern ist diese neue Bewegung der Repair Cafés erweiterte Nachbarschaftshilfe.

Lassen sich denn moderne Geräte überhaupt noch reparieren?