Das Kalifat rückt näher
Ein solches Drama hatte sich Meiliana, wie sie in den Medien genannt wird, nicht vorgestellt. Vor zwei Jahren hatte sich die 44-jährige Buddhistin und ethnische Chinesin aus Medan auf Sumatra bei dem Imam einer Moschee in ihrer Nachbarschaft über die extreme Lautstärke des fünfmaligen Rufs zum Gebet beschwert. Die Buddhistin bat, die Dezibelzahl zu reduzieren. Die Leitung der Moschee machte die Beschwerde und Beschwerdeführerin öffentlich und löste damit militante Proteste radikaler Muslime aus, angefeuert durch haltlose Gerüchte: Die Frau habe dazu aufgefordert, den Gebetsruf einzustellen. Der Mob griff drei buddhistische Tempel an und brannte Meilianas Haus nieder. Doch damit nicht genug. Der Staatsanwalt erstattete Anzeige, und ein Gericht verurteilte die Buddhistin Ende August 2018 wegen »Blasphemie« zu anderthalb Jahren Haft.
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