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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2024
Der Inhalt:

Friedensethik
Bischöfe: Aufrüstung und mehr Pazifismus

Die katholischen Bischöfe veröffentlichen ihr neues Dokument zur Friedensethik.
vom 05.03.2024
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Theologe Heinz-Günther Stobbe, Bischof Bertram Meier und Bischof Georg Bätzing bei der Vorstellung des neuen Textes (Foto: KNA-Bild / Harald Oppitz)
Theologe Heinz-Günther Stobbe, Bischof Bertram Meier und Bischof Georg Bätzing bei der Vorstellung des neuen Textes (Foto: KNA-Bild / Harald Oppitz)

»Friede diesem Haus« – das neue Dokument der katholischen Bischöfe in Deutschland zur Friedensethik versucht angesichts der dramatischen Zunahme von Kriegen und Gewalt neue Perspektiven für eine friedlichere Welt zu finden. Man merkt dem 175 Seiten starken Dokument an, dass es unter dem Eindruck der gescheiterten Demokratisierungskampagne in Afghanistan und des russischen Angriffskrieges entstanden ist. Der Tonfall ist deutlich pessimistischer als in dem Vorgängerdokument »Gerechter Friede« aus dem Jahr 2000. Der umfangreichen Problemanalyse kann man zustimmen: Die zunehmende Gewalt speise sich aus der Unruhe in der kollektiven Psyche der Völker, die durch die Auflösung (über)staatlicher Ordnungen, globale Ungerechtigkeiten, den Klimawandel und die zunehmend feindliche Abgrenzung von Identitäten angeheizt werde. Es gebe einen Glauben an die »Macht des Stärkeren anstelle der Stärke des Rechts«. In dieser Situation wollen die Bischöfe den christlichen Pazifismus ausdrücklich würdigen. Andererseits wird betont, dass man nicht »blauäugig« sein dürfe. In der Ausführung dieser Gratwanderung wird das Dokument zunehmend unklar und versteckt sich hinter Allgemeinplätzen. So werden die gegenwärtigen Rüstungsanstrengungen als ein »unverzichtbares Element« einer verantwortlichen Politik genannt. Zugleich wird vor Waffenlieferungen und Wettrüsten gewarnt. Es wird das Recht auf Selbstverteidigung, das auch Gegengewalt mit einschließt, betont, zugleich Verhältnismäßigkeit eingefordert. Was das mit Blick auf die Ukraine oder Israel heißt, wird nicht ausgeführt.

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 05/2024 vom 08.03.2024, Seite 41
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Weiter heißt es: Dass die Nato ihre Präsenz an der Ostgrenze ausbaue, »mag angesichts einer fundamental veränderten Bedrohungslage alternativlos sein«, sei aber auch Folge eines »völlig zerrütteten Vertrauensverhältnisses zwischen Russland und dem Westen«. Über die atomare Bedrohung heißt es, die Nato solle Lösungen finden, wie die »erforderliche Abschreckung ohne Nuklearwaffen gewährleistet werden kann«. Andererseits sagte der am Dokument federführend beteiligte Münsteraner Theologe Heinz-Günther Stobbe auf der Pressekonferenz, er sei derzeit ganz froh, dass es den amerikanischen atomaren Schutzschirm gebe.

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