Sterbehilfe
Begleiteter Suizid erneut Thema im Bundestag
Die Zahl assistierter Suizide in Deutschland nimmt zu. Gleichzeitig fehlt noch immer eine gesetzliche Regelung. Eine fraktionsübergreifende Gruppe von Abgeordneten des Deutschen Bundestages will daher einen neuen Anlauf unternehmen, eine rechtliche Grundlage für den begleiteten Freitod zu schaffen. Der Umgang mit dem assistierten Suizid sei in Deutschland »so wenig geregelt wie kaum irgendwo sonst«, begründete der CDU-Abgeordnete Ansgar Heveling den Vorstoß. Gleichzeitig bräuchten viele Menschen Schutz im Hinblick auf ihre Selbstbestimmung.
Nach Angaben der Organisation »Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben« haben sich im vergangenen Jahr knapp 900 Menschen mithilfe von Ärzten und Juristen des Vereins das Leben genommen. Das Bundesverfassungsgericht hatte im Februar 2020 das pauschale Verbot dieser Form der Sterbehilfe, bei der Sterbewilligen beispielsweise tödlich wirkende Medikamente überlassen werden, gekippt.
Seither wird im Bundestag um eine verfassungsgerechte Regelung für den assistierten Suizid gerungen. Zwei Entwürfe fanden keine Mehrheit. Abgeordnete von Grünen, CDU, SPD und Die Linke kündigten nun an, möglichst noch im ersten Halbjahr einen neuen Gesetzesentwurf ins Parlament einzubringen. Der Gruppe gehören Befürworter beider früherer Vorschläge an. Über konkrete Inhalte des Entwurfs wollte die Gruppe sich zunächst nicht öffentlich äußern.




