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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2017
Steife Brise
Wie der Streit um die Windkraft gelöst werden kann
Der Inhalt:

Kolumne Von Fabian Vogt: Tolle Tolle

vom 10.02.2017

Neulich war meine Frau streng mit mir: »Du bist Pfarrer. Du musst anständig aussehen.« Und sie schlug mir vor, mal in den Spiegel zu schauen: »Man könnte glauben, dein Friseur wäre im Nebenberuf Steinmetz. Vor allem aber wirken deine Haare nie richtig frisch. Ich glaube, es liegt am Shampoo.«

So was lass ich nicht auf mir sitzen. Schließlich weiß ich aus langjähriger Seelsorgepraxis: Das Leben ist eine haarige Sache. Und solange ich den Kopf noch voll davon habe, will ich mich endlich auch mal so fühlen, wie diese glücklichen Menschen, die in der Werbung ihre geföhnte Pracht durch drei Klimazonen schwenken und jedes Mal jubeln: »Die Frisur sitzt!« Denn bei mir, da bin ich ehrlich, müsste man eher sagen: Die Frisur hockt. Oder: Sie liegt. Also: platt danieder.

Nun, um meine dringend anstehende spirituelle Erneuerung zuerst auf der Kopfhaut zu erleben, bin ich aufgeregt in den elitärsten Drogeriemarkt der ganzen Region gefahren. Und? Was sehe ich? Gefühlte zwanzig laufende Meter »Shampoo«. Flasche an Flasche. Und was für welche! Das, was heute in den Fachabteilungen steht, das sind keine schlichten Haarwaschmittel mehr, das sind trichophile Zaubertränke! Verführerische Tinkturen. Magische Elixiere. Wellness-Tempel für die Seele.

Die Shampoos des 21. Jahrhunderts reinigen nicht mehr einfach, o nein, sie »performen high intelligent«, sie ermöglichen »Complete Control« über den Kopf und verheißen »Professional Performance«. Vor allem aber pflegen diese Wundermittel das Haar »bis in die Spitzen«. Das erklärt endlich auch, warum ich meist so struppig aussehe. Anscheinend haben meine bisherigen Shampoos immer kurz vor dem Haarende aufgehört zu wirken: »Bis hierher und nicht weiter!«

Das moderne Shampoo präsentiert sich als allumfassendes Glücksversprechen. Segen für das Haupt. Heil im Haar. Ja, es garantiert Spannkraft, Volumen, Glanz, Geschmeidigkeit – und vor allem »Fortyfying«. Was immer das sein mag. Klingt jedenfalls total schön. Es verhindert »Haarbruch« und offeriert seit Neuestem zudem »Hair Repair«. Diese Essenzen sind quasi eine Fachwerkstatt für verzottelte Zotteln. Mit Mikromolekülen, die meine gebrochenen Borsten dazu bringen, ganz neu zu glänzen. Das funktioniert bestimmt, denn: »Strähnen lügen nicht!«

Doch dann kam die Ernüchterung. Welches dieser haarigen Potenzmittel sollte ich denn nehmen? Das mit »Gins

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