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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2017
Steife Brise
Wie der Streit um die Windkraft gelöst werden kann
Der Inhalt:

Vorgespräch: Von Athen lernen?

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 10.02.2017
Die Evangelische Erwachsenenbildung Thüringen veranstaltet eine Bildungsreise zur »documenta« nach Griechenland

Publik-Forum: Frau Höck, die große Ausstellungsreihe zur zeitgenössischen Kunst, die »documenta«, findet dieses Jahr nicht nur in Kassel, sondern auch in Athen statt. Sie organisieren eine Reise in die griechische Stadt. Was erwartet die Teilnehmer dort?

Dorothea Höck: Zunächst eine Stadt voller Gegensätze, in der vieles aufeinanderprallt: die Ruinen der Antike und die Geschichte der Fremdherrschaft genauso wie die jüngste Finanzkrise und die Flüchtlingskrise. Das alles ist in Athen höchst präsent und kann auch verwirren. Eine griechische Kunst- und Literaturwissenschaftlerin wird unsere Reiseleiterin sein. Sie wird uns an besondere Orte abseits der Touristenpfade führen – ein Besuch auf der Akropolis ist also nicht Teil des offiziellen Programms.

Wie sieht Ihr Programm denn aus?

Höck: Wir versuchen, die Stadt wirklich zu verstehen. Wir werden uns mit politisch engagierten Griechinnen und Griechen unterhalten, wir besuchen Industriegebiete genauso wie Schickeria-Viertel, besichtigen Museen, den antiken Friedhof im Töpferviertel Keramikos, und Orte, wo zum Beispiel die Rembetiko-Szene blüht: Dieser »griechische Blues«, der um 1922 herum entstanden ist, erzählt von den Sorgen der einfachen Leute. Inzwischen sieht man überall auf der Straße junge Leute, die Rembetiko spielen und singen.

Was hat das alles mit der documenta zu tun?

Höck: Die 14. documenta ist so politisch wie nie zuvor. Vertreibung und Enteignung, Hunger, Flucht und die Krise der Demokratie werden Themen sein, die anhand von Fotografien, Grafiken und Texten, aber auch in Theaterstücken, Installationen und Performances bearbeitet werden. Dabei wird es viel um die Gegenüberstellung von damals und heute gehen. Es gibt beispielsweise Fotos aus den 1920er-Jahren, die griechische Flüchtlinge in Aleppo zeigen. Das Besondere ist aber, dass das Programm noch nicht feststeht. Das Kunstwerk documenta entsteht erst nach und nach. Natürlich werden wir auf unserer Reise auch einige der Ausstellungsorte besuchen.

Die documenta und die Reise stehen unter dem Motto »Von Athen lernen«.Was können wir denn heute von Athen lernen?

Höck: Wir leben in Deutschland auf einer Insel der Glückseligkeit. I

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