Abschiebungen
Menschen und Werte werden deportiert
Der katholische Jesuiten-Flüchtlingsdienst hat die von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt geplanten Abschiebezentren kritisiert. Die Idee sei ethisch höchst fragwürdig, sagte Leiter Stefan Keßler der Katholischen Nachrichten-Agentur in Berlin. Menschen würden als reine Verfügungsmasse betrachtet, die man hin- und herschieben könne. Die Schicksale und Bedürfnisse der einzelnen Personen blieben völlig unberücksichtigt. Das sei mit zentralen Werten, für die Europa steht oder stehen sollte, nicht vereinbar, so Keßler.
Dobrindt hatte angekündigt, zusammen mit anderen EU-Ländern wie Österreich, Dänemark, den Niederlanden und Griechenland sogenannte Return Hubs außerhalb der Europäischen Union zu errichten. In den Zentren sollen ausreisepflichtige Asylbewerber landen, die nicht in ihre Heimat- oder Herkunftsländer abgeschoben werden können. Eine entsprechende Vereinbarung solle noch in diesem Jahr getroffen werden, kündigte Dobrindt an. Zu den Vorschlägen muss sich auch das Europäische Parlament positionieren.




