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Pierre Stutz

vom 28.01.2022
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»Ich mag Rituale: Alle zwei Wochen setze ich mich am Samstagmorgen in den Wintergarten und lese die neue Ausgabe von Publik-Forum. So kann ich zentrale Themen rund um Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Glauben und Kultur in einer prophetischen Grundhaltung vertiefen, die sich in einer Spannung von konstruktiver Kritik und Visionen/Utopien bewegt. Als Sammler von Hoffnungsperspektiven finde ich seit Jahrzehnten fast in jeder Ausgabe einige Seiten, die ich aufbewahre, auch weil darin die Gottesfrage inspirierend neu in den Alltag hineinbuchstabiert wird. Dank der Rubrik »Buch des Monats« habe ich unzählige Bücher gekauft, die meinen spirituellen Weg bereichern und herausfordern. Angesichts des zermürbenden Reformstaus in der katholischen Kirche ist es schon bemerkenswert, wie die Redaktion eine glaubwürdige Trotzdem-Hoffnung aufrechterhalten kann. Deshalb war ich in den verzweifelten Stunden meines Lebens mit meinem öffentlichen Coming-out als homosexueller Mann bei Publik-Forum sehr gut aufgehoben. Als Mitglied der Leserinitiative finde ich Verbündete, die eine Vielfalt der Meinungen fördern. Deshalb verneige ich mich in großer Dankbarkeit vor all den Mitarbeitenden, die in all den Jahren tiefsinnig-kritisch-ökumenisch-humorvoll-widerständig-gelassen aufzeigen, dass unsere Welt anders werden kann, bunter, gerechter, zärtlicher. Chapeau!

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