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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2019
Revolution
Die Welt ist in der Krise. Ein Umbruch ist nötig. Nur welcher?
Der Inhalt:

Leserbriefe

Asyl in der Kirche

Zu: »Letzte Zuflucht« (23/18, Seite 26-30)

Sie kamen im Herbst 2014 hier in Heilsbronn an. Jetzt sitzen sie seit einem Jahr fest im Kirchenasyl. Der Asylunterstützerkreis hilft der Familie Hasan aus Aleppo mit ihren drei Kindern, diese Zeit durchzustehen. Am 10.1.2018 wurden sie nachts um vier Uhr aus ihren Betten geholt, nach München zum Flughafen verbracht. Mohamad bekam einen Herzanfall, Suzan weinte, die Kinder schrien. Der Pilot weigerte sich, sie nach Sofia auszufliegen, denn dort waren sie nach einer dramatischen Flucht im Gefängnis festgesetzt worden. Nachdem ihre Daumen auf ein Papier gedrückt wurden, kamen sie frei. Sie hatten Asyl beantragt. Dass sie nach Deutschland wollten, war klar. Hatten sie doch bereits Verwandte hier. Doch unsere Gesetze sind unsere Gesetze. Wer in Bulgarien Asyl erhält, hat dort zu bleiben. Brecht sagt: »Die Gesetze seien darum nicht beachtet, weil wir nicht mehr Knecht sein wollen.« Trifft das auf Hasans zu? Trifft das auf die Kirchgemeinde zu, die ihnen, nun illegal hier und damit kriminalisiert, Zuflucht gewährt? Der Gesetzgeber sagt es eindeutig. Ja, so ist es! Ab nach Bulgarien ohne Wenn und Aber. Seit 2014 sind sie hier. Sie sind unsere Freunde geworden. Doch die zuständigen Behörden, das Oberverwaltungsgericht in München, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, sind für solche Fälle nicht zuständig. Für Hasans ist Bulgarien dran. Amen. Harald Riese, Heilsbronn

So – der Staat betreibt also eine »unbarmherzige Flüchtlingspolitik«, er wird »immer repressiver« und »versucht, Pfarrer und Ordensleute durch Anzeigen abzuschrecken«. Mit derlei plakativen Formulierungen wird der Verfasser der Problematik nicht gerecht. Ob er sich wohl in den Gewissenskonflikt eines Menschen versetzen kann, der sich als Christ dem Evangelium verpflichtet weiß, als Staatsanwalt oder Richter aber die Dienstpflicht hat, Gesetz und Recht durchzusetzen? Um nichts anderes geht es nämlich. Mag man auch die Verwaltungspraxis im Einzelnen zu Recht kritisieren, so geht es doch letztlich um die Anwendung des demokratisch-rechtsstaatlich zustande gekommenen Aufenthaltsgesetzes – und nicht um eine »Anordnung des Staates«, in dem der Autor Markus Dobstadt offenbar ein willkürlich handelndes Ungeheu

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