»Wir leben nicht im Wunderland«
Auf dem Wochenmarkt in Cochabamba herrscht quirliges Treiben. Marktfrauen preisen ihre Waren an, Obst und Gemüse wird feilgeboten, Radios, bunte Röcke, Keramik, Schmuck. Und dazwischen immer wieder junge Burschen, die die Waren auf Sackkarren von einem Ende zum anderen transportieren. Einer von ihnen ist Gerald Vino Vidal. Jeden Samstag ist der 12-Jährige auf dem Markt im Zentrum von Boliviens viertgrößter Stadt unterwegs, um dort sein Geld zu verdienen. »Ich arbeite, weil meine Mutter uns ein besseres Leben ermöglichen will, aber das Geld dafür nicht ausreicht«, sagt der pfiffige Junge. Gerald bezahlt von seinem Job seine Schulsachen und seine Kleidung – so wie viele arbeitende Kinder in seiner Heimat, dem ärmsten Land Lateinamerikas. Gerald Vino Vidal, der aufgeweckte Junge mit dem Bürstenschnitt, vertritt einige von ihnen: Er ist Sprecher der Organisation der Kinderarbeiter von Cochabamba. Sie wollen erreichen, dass die Politik sie bei ihrer Arbeit besser schützt – anstatt Kinderarbeit generell zu kriminalisieren.
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