»Die Kirche verliert ihren Kern«
Große Zustimmung findet deutschlandweit das sogenannte »Wormser Wort«. Es ist eine Erklärung, die Ende vergangenen Jahres im Umfeld des 73. Deutschen Pfarrertages in Worms vom Verein Wort-Meldungen verfasst wurde. Die Autorinnen und Autoren kritisieren darin, dass der unter dem Motto »Kirche der Freiheit« angestoßene Reformprozess der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Wirklichkeit ein »Abbauprozess« sei. Wörtlich heißt es: »Kirche der Freiheit wurde 2006 von der EKD als Reformprogramm eingeführt. Tatsächlich handelt es um einen tiefgreifenden Umbau: Die evangelischen Kirchen werden hierarchisiert, zentralisiert, bürokratisiert, ökonomisiert. Sie verlieren ihren Kern.« Die große Zahl der seitdem in Gang gesetzten »Fusionen auf allen Ebenen, Kompetenzverlagerungen von der Basis auf die Mittlere Ebene und die Zentralisierung führten zu einer bis dahin unbekannten Selbstbeschäftigung.« So bleibe viel zu wenig Zeit »für den eigentlichen Auftrag: die Kommunikation des Evangeliums«. Die Folge seien sinkende Kirchenmitgliederzahlen sowie eine schwindende Motivation der Mitarbeiter. Der Umbauprozess habe zudem zu einem Glaubwürdigkeitsverlust der Kirche geführt und sie geschwächt, weil er den Gesetzen des freien Marktes und nicht der Freiheit des Evangeliums folge: »Umkehr ist nötig.« Die Unterzeichner fordern »ein Moratorium, um den aktuellen Status schonungslos offenzulegen und zur Besinnung zu kommen«.
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