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Und keiner hat’s gewusst

West-Pharmakonzerne experimentierten an Patienten in der DDR
von Bettina Röder vom 11.01.2013
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Die Bemerkung des schwedischen Möbelkonzerns Ikea klang zynisch, doch leider behielt er recht. Als bekannt wurde, dass er im großen Stil in den Gefängnissen der DDR hatte produzieren lassen, hatte ihn der Bundestag geladen, Rede und Antwort zu stehen. »Nur wenn auch die anderen da erscheinen, die Ähnliches praktizierten«, ließ der Konzern wissen. Kurz darauf war er nicht mehr allein. Da wurde bekannt, dass westdeutsche Pharmafirmen Arzneimittel an Patienten in der DDR erprobt hatten. Und das nicht zu knapp: Zwischen 1983 und 1989 sollen fünfzig Unternehmen 165 Studien beim DDR-Gesundheitsministerium beantragt haben, darunter Hoechst (heute Sanofi), Boehringer Ingelheim, Bayer und Schering. Gezahlt wurde ein zweistelliger Millionenbetrag.

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