Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2017
Weckruf für die Welt
Wie weiter unter Donald Trump?
Der Inhalt:

Machtpolitik mit Sturmgewehren

von Bettina Röder vom 13.01.2017
Warum liefert Deutschland immer mehr Waffen an brutale Regime? Wer genehmigt das? Und wer verhindert eigentlich das geplante Rüstungskontrollgesetz? Einblicke in eine Welt voller Geheimhaltung
< 1/1 >
< 1/1 >

Es war Mitte Dezember, als in Jordanien neben Generalleutnant Mahmut Freihat freundlich lächelnd die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen schritt. Gerade hatte sie 16 deutsche Panzer des Typs Marder übergeben. Bis Ende 2017 sollen noch weitere 34 hinzukommen. Und nicht nur die. Geliefert werden sie von Rheinmetall. »Wenn wir nicht bereit sind, diesen Ländern Sicherheit zur Verfügung zu stellen, dann werden sie schnell überrannt von den Terroristen«, sagte von der Leyen. Jordanien war eine Station ihrer Reise in die arabische Welt – in Staaten, die zu den führenden Empfängerländern deutscher Waffen zählen.

»Ertüchtigungsstrategie« nennt die schwarz-rote Bundesregierung das. Mit anderen Worten: Hilfe zur Selbsthilfe beim Kampf gegen den Terror. Jordanien grenzt im Norden an die Bürgerkriegsländer Syrien und Irak, in denen sich die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) ausgebreitet hat. Das arabische Land hat nach Regierungsangaben in den vergangenen Jahren 1,5 Millionen Flüchtlinge aus den beiden Nachbarländern aufgenommen. Von der Leyen besuchte auch das Camp Saatari, in dem etwa 80 000 Menschen vor allem aus Syrien leben. Es ist das zweitgrößte Flüchtlingslager der Welt.

Doch auch das ist die Wirklichkeit: Jordanien ist Teil der Militärallianz unter Führung von Saudi-Arabien, die seit 2015 im Jemen interveniert. Es handelt sich um neun Staaten, die mit Angriffen auf die Huthi weite Teile des Jemen unter ihre Kontrolle gebracht haben. 10 000 Menschen fielen laut Amnesty International dem Krieg bislang zum Opfer (siehe auch Publik-Forum 23/2016).

PFplus

Weiterlesen mit Publik-Forum Plus:

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für »Publik-Forum«-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Kommentare
Der Kommentierungszeitraum für diesen Artikel ist abgelaufen, daher können Sie ihn leider nicht mehr kommentieren.