Kirchliche Wohlfahrtsverbände
Caritas und Diakonie äußern Skepsis zu Zivildienstplänen
In der Debatte um eine mögliche Wiedereinführung des Zivildienstes als Teil einer allgemeinen Wehrpflicht kommen von den kirchlichen Sozialverbänden Diakonie und Caritas skeptische Töne. So mahnte die Diakonie Bayern zu Sorgfalt und Redlichkeit in der Diskussion. Ein solcher Dienst könne weder kurzfristig eingeführt werden, noch könnten Zivildienstleistende ausgebildete Pflegekräfte oder Erzieherinnen ersetzen, erklärte Diakoniepräsidentin Sabine Weingärtner. Der Gewinn für die Gesellschaft bestehe nicht darin, »dass junge Menschen möglichst billig irgendwo eingesetzt werden, sondern darin, dass sie Verantwortung übernehmen, fachlich begleitet werden und eine Perspektive für ihr Leben entwickeln können«.
Ein flächendeckender Zivildienst brauche Strukturen für Auswahl, Einsatzplanung, Verwaltung, Anleitung und pädagogische Begleitung, so Weingärtner. Sinnvoll werde der Dienst erst mit einer Dauer von zehn bis zwölf Monaten. Neben einer angemessenen Vergütung der Zivildienstleistenden müsse der Bund auch die sonstigen Kosten vollständig finanzieren. Zudem dürften die bestehenden Freiwilligendienste nicht schlechtergestellt werden.
Vorrang müsse die Stärkung der Freiwilligendienste haben, sagte die Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, Eva Maria Welskop-Deffaa, im Deutschlandfunk. Sie forderte einen Rechtsanspruch, bessere Regelungen beim Taschengeld und ein kostenloses Deutschlandticket.

