Veronika Grimm

Veronika Grimm, Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, stellt sich gegen populäre Entlastungsforderungen in der Energiekrise. Stattdessen schlägt sie ein Tempolimit vor. Es wäre »kein Schaden«, sondern ein notwendiges Signal, um den Ernst der Lage zu verdeutlichen, argumentiert die Wirtschaftsweise in der Rheinischen Post. »Viele Länder des globalen Südens haben schon einschneidende Maßnahmen umgesetzt wie Homeoffice-Pflicht und Einschränkung der Fahrzeugnutzung. Je mehr wir verbrauchen, desto schlimmer trifft es letztlich diese Länder.«
Von anderen in Deutschland diskutierten Maßnahmen hält sie nicht viel: »Die Regierung muss die Preise wirken lassen, damit die Energie-Nachfrage sinkt. Tankrabatte und Preisdeckel verzerren die Preise, sie sind der falsche Weg. Auch von der Übergewinnsteuer halte ich nichts.« Zur Regelung, dass Tankstellen nur noch einmal am Tag ihre Preise erhöhen dürfen, sagte sie: »Das Ganze ist wohl politisch: Die Menschen erwarten, dass man etwas tut – also tut man etwas.«
Hintergrund der Energiekrise sind die zuletzt deutlich gestiegenen Ölpreise im Zuge des Iran-Kriegs. Die Sorge vor einer Ausweitung des Konflikts und Störungen wichtiger Transportwege – etwa in der Straße von Hormus – trieb die Preise und verteuerte auch Diesel und Benzin in Europa. Vor allem schnelles Fahren verbraucht viel Sprit. Deutschland ist das einzige Land in Europa ohne Tempolimit. Auch überall anders in der Welt gibt es entweder Tempolimits oder die Straßen eignen sich erst gar nicht, um so schnell zu fahren, wie es in Deutschland möglich ist.




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