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Joachim Wanke

Der langjährige Bischof von Erfurt und angesehene Neutestamentler ist mit 84 Jahren gestorben.
vom 13.03.2026
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Bischof Joachim Wanke (Foto: kna/Harald Oppitz)
Bischof Joachim Wanke (Foto: kna/Harald Oppitz)

Joachim Wanke war, als er 2012 aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat, mit 31 Amtsjahren der dienstälteste Bischof in Deutschland. In seinen DDR-Zeiten hatte er es sich zur Aufgabe gemacht, die sehr kleine katholische Herde zusammenzuhalten. Als Bischof von Erfurt fiel ihm das immerhin etwas leichter als seinen Amtsbrüdern, weil zu dieser Diözese das traditionell katholische Eichsfeld gehört. Nach der Wende dann trug Wanke »wesentlich dazu bei, die deutsche Einheit auch in der Kirche zu fördern«. So rühmte ihn der Vorsitzende der Bischofskonferenz damals, Robert Zollitsch. Unter Gesichtspunkten des »Zusammenhalts« war das auch kein Spaziergang. Gleichzeitig genoss Wanke über alle Diözesangrenzen hinweg hohes Ansehen als Theologe, als Professor für Neutestamentliche Exegese. Unter anderem leitete er von 2008 bis 2016 die Kommission zur Erstellung der neuen Einheitsübersetzung.

Geboren wurde Joachim Wanke 1941 in Breslau. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangte seine Familie ins thüringische Ilmenau. Wanke studierte Theologie am Priesterseminar in Erfurt, promovierte, habilitierte sich und lehrte am Philosophisch-Theologischen Seminar in Erfurt, der einzigen akademischen Ausbildungsstätte für Priester in der DDR. 1980 Weihbischof in Erfurt, wurde er ein Jahr später zum »Apostolischen Administrator« dort, was – angesichts der Gegebenheiten zu Zeiten der deutschen Teilung – faktisch dem Bischofsamt gleichkam.

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Wanke war ein bescheidener, bedächtiger, aufrichtiger Mann, ein Bischof ohne Allüren. In der Glaubensvermittlung experimentierte er – aus einer Gegend kommend, in der Religion schon früher viel stärker verdunstet war als damals noch im Westen – mit offenen, neuen Formen. Zum Beispiel lud er zu »Weihnachtsfeiern« für Nichtgläubige in den Erfurter Dom, während die Christen nebenan Eucharistie feierten; er förderte Feiern der »Lebenswende« als Alternative zur Jugendweihe. Jedes Jahr organisierte er auf dem Domplatz von Erfurt eine Martinsfeier mit häufig mehr als zehntausend Besuchern – immer am Vorabend des Martinsfests, am 10. November, der zugleich der Geburtstag Martin Luthers ist. Das war nicht nur eine bewusste ökumenische Feier. Sie zog auch – wegen ihrer besonderen Atmosphäre – viele Nichtchristen an.

Am Donnerstag, 12. März, ist Joachim Wanke im Alter von 84 Jahren gestorben.

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