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Kolumne von Anne Lemhöfer
Ruf! Mich! Nicht! An!

Telefonieren ist irgendwie altmodisch. Unsere Kolumnistin hat es sich so gut wie abgewöhnt. Doch manchmal vermisst sie die kleinen intimen Rituale.
vom 21.03.2022
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Nostalgisch: Wer früher telefonierte, hatte einen eingeschränkten Bewegungsradius. Das war nicht nur schlecht... (Foto: istockphoto/Filip_Krstic)
Nostalgisch: Wer früher telefonierte, hatte einen eingeschränkten Bewegungsradius. Das war nicht nur schlecht... (Foto: istockphoto/Filip_Krstic)

Zu telefonieren – das habe ich mir fast abgewöhnt. Nur mit meiner Freundin Jule plausche ich noch hin und wieder auf diese antiquierte Art. Meine Kinder verstehen das Konzept »Telefonieren« (analog in einen Hörer sprechen und in Echtzeit Antwort bekommen) überhaupt nicht. »Maaaaamaaaa«, tönt es, so sicher wie das Amen in der Kirche, wenn ich mehr als drei Minuten lang in ein rechteckiges kleines Viereck spreche. »Psssst, ich telefoniere«, zische ich dann, und lese pure Ratlosigkeit auf den Gesichtern: Kannst du nicht eine WhatsApp schreiben? Oder wenigstens FaceTimen und dabei durch die Wohnung laufen wie normale Menschen? Und was können sie dafür, dass ausgerechnet dann, wenn Jule anruft, ein Marmeladenglas nicht auf- oder eine Hose nicht zugeht?

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Schlagwörter: Alltag Kommunikation
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