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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 17/2019
Höhenglück
Warum uns die Alpen so faszinieren
Der Inhalt:

Die Alpen, so schön, so schrecklich

von Andrea Teupke vom 07.09.2019
Höhenglück: Seit Jahrhunderten faszinieren uns die Alpen. Was Menschen dort suchen, verrät mehr über sie selbst als über die Berge
 Wild und unwiderstehlich: Blick über Alpengipel (Foto:istockphoto/Roman Mikhailov)
Wild und unwiderstehlich: Blick über Alpengipel (Foto:istockphoto/Roman Mikhailov)

Vielleicht ist es schon der Geruch: irgendwie frisch und kühl, aber auch herb. In den tiefen Lagen ein Hauch von Wacholder, Zirbelkiefer und Thymian, weiter oben dann dieser unbeschreibliche Duft von Schnee und Fels und Weite. Wenn ich in den Alpen bin, bin ich glücklich; wenn ich nicht dort bin, fehlen sie mir. Und mit meiner Sehnsucht bin ich nicht allein: Der Soziologe Hartmut Rosa sagt, kein Kalendermotiv sei so verbreitet wie das der Berge. Offensichtlich können sich auch andere Menschen nicht sattsehen an Felswänden und Schneefeldern, an Blumenwiesen und Wolkenformationen, an Wildbächen und glitzernden Steinen. Doch warum ist das so?

Im Mittelalter galt das Bergbesteigen als widernatürlich

Schließlich ist die Höhenlust alles andere als selbstverständlich: Im Mittelalter galt das Besteigen von Bergen geradezu als widernatürlich, schreibt Titus Arnu in einem Essay über die Alpen, der dem Fotoband »Ocean of Clouds« vorangestellt ist. Francesco Petrarca, dessen Tour auf den Mont Ventoux am 26. April 1336 allgemein als Wendepunkt und Geburtsstunde des Alpinismus angesehen wird, gab sich denn auch viel Mühe, sein Tun zu begründen. Er war »vom Drang beseelt, diesen außergewöhnlich hohen Ort zu sehen«, schrieb er später über seine Erstbesteigung. »Wo die Schatten sich niemals niederlassen, / von andern Bergen, dahin, dort empor / zieht mich der wilden Sehnsucht Schmerz und Lust.«

Viel weiter sind die Bergsteiger und Bergschriftsteller mit ihren Erklärungsversuchen bis heute nicht gekommen; und auch Rosa, der eine eigene »Resonanztheorie« entwickelt hat, um zu beschreiben, was Menschen bewegt und berührt, kommt über wortreiches Stammeln letztlich nicht hinaus: »Da berührt mic

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