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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2020
Der Statthalter
Die Macht des Rainer Maria Woelki
Der Inhalt:

»Man schafft Platz für Neues und wird ein Teil davon«

von Birgit-Sara Fabianek vom 11.10.2020
Was kann man bei den Toten über das Leben lernen? Ein Spaziergang mit Doris Unsleber, Biologin und Gärtnerin, über den Evangelischen Friedhof Kölnstraße in Düren, ein Kulturdenkmal und grünes Refugium
Der Friedhof an der Kölnstraße mitten in Düren ist nicht nur ein Ort für die Toten, sondern auch für die Lebenden – nicht zuletzt für viele Pflanzen und Tiere. (Foto: Poorten)
Der Friedhof an der Kölnstraße mitten in Düren ist nicht nur ein Ort für die Toten, sondern auch für die Lebenden – nicht zuletzt für viele Pflanzen und Tiere. (Foto: Poorten)

Publik-Forum: Frau Unsleber, wir sind hier auf dem Evangelischen Friedhof Kölnstraße mitten in Düren. Ist das Ihr Rückzugsort?

Doris Unsleber: Ja, dieser Friedhof ist einer meiner Lieblingsplätze. Auf dem Weg hierher umtost einen der Verkehr, es ist laut, es ist hektisch, man muss aufpassen ‒ und dann tritt man durch das schmiedeeiserne Tor, und es gibt nur noch Fußgänger und Vögel und Grün. Und von jetzt auf gleich ist man dieser Welt draußen entrückt und an einem anderen Ort. Für mich findet hier das eigentliche Leben statt, hier komme ich zu mir selbst und merke, dass ich in der Schöpfung zu Hause bin.

Wie spüren Sie das denn?

Unsleber: Auf dem Friedhof spürt man, dass man ein Teil dieses Werdens und Vergehens ist: Unsere Körper lösen sich auf, werden zu einer Nadel der Scheinzypresse dort vor uns oder zu einer Beere der Eibe hier rechts oder zu einem Pilz oder Regenwurm: Das macht das Besondere dieses Ortes aus.

Ich verbinde mit Friedhöfen eher langweiliges Immergrün wie Thuja oder Efeu und eine recht vordergründige Symbolik.

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