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von Britta Baas vom 15.09.2013
Ein lange verpöntes Wort ist wieder gesellschaftsfähig geworden. Denn in Zeiten der Globalisierung entwickelt sich ein neues Bedürfnis nach Behaustsein. Heimat: Das ist der Ort, an den die Seele immer wieder zurückkehren kann. Das neue Publik-Forum-EXTRA erzählt von Kosmopoliten und Heimatverliebten, von Flüchtlingen und Nestflüchtern, von der Sehnsucht nach Sicherheit – und dem Glück, sagen zu können: Hier will ich sein!
Das neue Publik-Forum EXTRA erzählt von Kosmopoliten und Heimatverliebten, von Flüchtlingen und Nestflüchtern, von der Sehnsucht nach Sicherheit – und dem Glück, sagen zu können: Hier will ich sein! (Foto: 123rf.com/Carlos Restrepo)
Das neue Publik-Forum EXTRA erzählt von Kosmopoliten und Heimatverliebten, von Flüchtlingen und Nestflüchtern, von der Sehnsucht nach Sicherheit – und dem Glück, sagen zu können: Hier will ich sein! (Foto: 123rf.com/Carlos Restrepo)

Ein Spätsommerabend im Garten. Die Amseln haben die Firste der umliegenden Dächer erklommen und singen ihr letztes Lied für diesen Tag. Schon geht der Mond auf. Am Himmel hält sich gerade noch ein wenig Licht. Aus der Ferne sind Posaunenklänge zu hören. Der Bläserchor übt im Turmzimmer der alten Kirche, wie jeden Dienstag. Still lauschen, sich nicht bewegen: Dieser Augenblick ist Heimat.

Ein lange verpöntes Wort ist wieder gesellschaftsfähig geworden. Heimat: Das ist alles, was der Mensch zum Leben braucht. Geborgenheit, Urvertrauen, Wärme, Nähe. In der Welt des 21. Jahrhunderts, in der der Mensch gleich mehrere Sprachen spricht und häufiger durch die Luft fliegt als wandert, ist Heimat der Moment, in dem man aufhört zu rennen. Es ist der Augenblick, in dem man innehält und spürt: Hier will ich sein.

Nicht immer war es leicht, von Heimat zu reden. Im Vaterland des 19. Jahrhunderts herrschte ein Patriotismus, der den Fremden den Platz am Katzentisch gab. Den einen gehörte die Welt, während die anderen missachtet wurden. Als später Hitler halb Europa in Brand setzte, trug ihn eine Ideologie, in der die Starken und Mächtigen allein das Recht auf Heimat gepachtet hatten. Mit dem Untergang dieses Irrglaubens schien auch das Ende der Heimat gekommen. Wer konnte jetzt noch von Geborgenheit und Wärme reden, von Zugehörigkeit und Liebe zu seinem Land? Der Begriff Heimat war auf eine schiefe Bahn geraten.

Heute erlebt das Wort »Heimat« eine Renaissance. Heimat muss sich nicht mehr an Ideologien messen, muss keine Nationalstaaten mehr begründen, keine Fremden mehr ausgrenzen. Wo der Mensch zum Weltbürger wird, weil die Globalisierung ihn aus seinem Mikrokosmos reißt, entwickelt sich ei

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