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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2019
Die Spenden-Optimierer
»Effektive Altruisten« unterstützen Projekte nur nach strengem Kalkül. Sinnv
Der Inhalt:

Die Spenden-Optimierer

von Heike Baier vom 07.02.2019
Effektive Altruisten spenden regelmäßig einen Teil ihres Einkommens an Menschen, die es nötig haben. Sie unterstützen Projekte aber nur nach strengem Kalkül. Sinnvoll? Oder zynisch? Die Titelgeschichte in der neuen Ausgabe von Publik-Forum
Helfen nach Zahlen: Die Bewegung der »Effektiven Altristen« will zielgenau helfen und zieht dafür empirische Kriterien zurate. Kritiker monieren, dass sie nicht danach fragen, welche strukturellen Veränderungen nötig sind, um Elend zu beseitigen  (Fotos: jvphoto/Alamy; Chiosea/ Alamy; Vesalainen/Alamy; exdez/istockphoto; istockphoto)
Helfen nach Zahlen: Die Bewegung der »Effektiven Altristen« will zielgenau helfen und zieht dafür empirische Kriterien zurate. Kritiker monieren, dass sie nicht danach fragen, welche strukturellen Veränderungen nötig sind, um Elend zu beseitigen (Fotos: jvphoto/Alamy; Chiosea/ Alamy; Vesalainen/Alamy; exdez/istockphoto; istockphoto)

Es brauchte nur einen einzigen Hinweis – und Magdalena war Feuer und Flamme für die Effektiven Altruisten. »Das ist genau dein Ding«, schrieb ein Freund ihr damals in einer E-Mail und verwies auf die Internetseite effektiveraltruismus.de. Die Studentin, die hier nur mit Vornamen genannt werden möchte, klickte auf den Link, surfte weiter und geriet in einen Lesesog: »Ich war komplett fasziniert, dachte die ganze Zeit, boah, das stimmt total, und hatte ein Aha-Erlebnis nach dem anderen.« Umgehend zog die 23-Jährige die Konsequenz aus ihren neuen Erkenntnissen: Sie beschloss, fortan zehn Prozent ihrer monatlichen Einnahmen, die sie aus einem Stipendium und einem Studentenjob bezieht, zu spenden. Und sie wechselte ihren Studiengang: Mathe und Informatik statt Elektrotechnik. Weil sie glaubt, dass diese Fächer nützlicher sind, um die Welt zu verbessern.

Was hatte Magdalena so angesprochen, dass sie ohne Zögern ihr Leben umkrempelte? Ähnlich, wie es in den vergangenen zehn Jahren Tausende, zumeist junge Menschen in Europa, Australien oder den USA getan haben?

Stellen Effektive Altruisten ihre Bewegung in Vorträgen vor, beginnen sie häufig mit der Geschichte des drowning child, die der australische Philosophieprofessor Peter Singer einst seinen Studenten erzählte: Stellt euch vor, ihr geht auf dem Weg zu einem Vorstellungsgespräch an einem Teich vorbei und seht, wie darin gerade ein Kind ertrinkt. Würdet ihr es retten, auch wenn ihr dabei euren nagelneuen Anzug ruiniert? Natürlich würden die meisten Zuhörer sich dafür entscheiden, das Kind zu retten. Aber was, fragt Singer dann weiter, unterschei

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